K: Die Zukunftsvision

„Mom, wirklich?“, grüßte ihr Junge sie, als er aus der Schule trat. 

„Es ist dein allerletzter Tag“, entgegnete Jackie, „Und ich hatte dir zur Einschulung gesagt: Ich komme nur am ersten und letzten Tag her.“

Lachend schüttelte er den blonden Kopf. Die Haarfarbe hatte er von ihr und seinem Vater gleichermaßen. Genauso wie seine Größe. Seit zwei Jahren waren sie nahezu gleich groß. Ganz anders als damals, als sie ihn zum ersten Mal hierher gebracht hatte. Damals. Als der Rucksack fast genauso schwer wie ihr Junge gewesen war … Aber das war nun auch schon über zehn Jahre her.

„Pa kommt direkt nach Hause?“, flüsterte ihr viel zu großer Junge. 

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Timothy – Die Hitze der Schwestern

Das Leben in Frankreich war anders.

Noch am ersten Tag forderte Elisabeths Vater, dass sich Julie anpassen müsse. Sie habe die Sprache zu lernen. Habe ihren Namen zu ändern. Habe jegliche Benimmregeln zu verinnerlichen, wenn sie als Gefährtin für seine andere Tochter dienen wolle.

Und so wurde aus Julie Julia.

Am liebsten hätte ich sie gefragt, ob sie damit auch glücklich war. Ich wäre jederzeit bereit, sie dieser Hölle zu entreißen. Wenn sie es so wollte, verstand sich. Denn ich wollte ihr Leben nicht schon wieder auf den Kopf stellen. Nicht, wenn sie sich so entschlossen durch ihren Unterricht kämpfte. Wenn sie endlich wieder lächelte, während sie mit Maria spielte. Wenn sie zum ersten Mal in ihrem Leben immer drei warme Mahlzeiten bekam …

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Timothy – Unter Adel

Es dauerte fast zwei Wochen, bis wir das Anwesen von Elisabeths Familie erreichten. Zwei Wochen, in denen ich Julie nicht von der Seite wich. Ich konnte nicht. Ich hatte Angst, dass ich sonst vergessen würde, warum ich bei ihr blieb. Warum ich sie seit Monaten begleitete. Warum diese Madam und Sir Stark eine Gefahr für das Mädchen darstellten!

Es war eine Tortur.

Doch nicht nur für mich. Da Julie eingewilligt hatte, mit nach Frankreich zu kommen, musste sie nun auch eine andere Sprache lernen. Ihr Lehrer war ein dürrer, alter Mann mit schwindendem Haar, der ihr für jeden Fehler mit einem Stock auf die Finger schlug. Und obwohl diese Elisabeth Julie anständig behandeln ließ, so verbat sie dem Lehrer seine Methoden nicht.

Ich hasste es.

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Timothy – Der neue Plan

Verärgert schwebte ich durch das Piratenhaus. Mir war zum Schreien zu Mute! Da bat ich gestern Timmy noch darum, nichts zu überstürzen. Aber er? Er entschied lieber, dass er bereits in der kommenden Nacht das Mädchen retten wolle!

Ich glitt durch die nächste Wand und kundschaftete den schmalen Weg dahinter aus. Dieses Haus hatte so viele versteckte Gänge und verborgene Türen, dass es einem Irrgarten glich! Jeder Raum war mit mindestens drei anderen verbunden – ohne, dass man es ihm direkt ansah. So gab es allein in der Küche drei verschiedene Kellereingänge, eine verborgene Treppe nach oben, eine offensichtliche Tür in den Flur sowie eine weitere hinter einer Arbeitsplatte. Darüber hinaus verbarg sich eine Luke, die mit einem Seil in den Raum darüber führte, schräg neben dem Kamin. Ich hatte sie nur zufällig entdeckt. Als ich durch die Decke geschwebt war. Doch hatte ich keine Ahnung, wie man sie öffnete.

„Ein Baby, vier Kinder, drei Frauen und fünf Männer“, zählte ich die Bewohnenden des Piratenhauses gedanklich durch, während ich es mit den Schlafplätzen im ersten Stock abglich, „Kommt hin.“

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Mein klein Blümlein

Grashalm klein, Grashalm fein,
Sollst in meinen Träumen sein.

Grashalm klein, Grashalm fein,
Sollst wachsen zum Schein.

Grashalm klein, Grashalm fein,
Meine Liebe soll dein sein.

Unser Sonnenschein erwartet dich,
Umarmt dich mit gold’nem Licht:
Möcht dich wachsen seh’n,
Möcht dich blühen seh’n!

Denn du bist kein Grashalm klein.
Du bist ein zartes Blümlein.
Mein klein Blümlein,
Versteckt im tristen Hain,
Versteckt hinter Stein’n,
Bleibst noch für dich allein.

Wächst du still heran,
Mit klarem Gesang,
Mit bunten Blättern
Die in die Höhe klettern!

Gern komm ich zu dir
Verlier‘ meine Sorgen hier.
Mein klein Blümlein
Du verjagst meine Pein,
Nur in deinem Schein
Bin ich daheim …

Dankbar betrachte ich dich
Erstrahle innerlich,
Sehe dich als einzigartig!

Oh, mein klein Blümlein,
Ich goss dich.
Ich pflegte dich.
Ich schützte dich.
Ich liebe dich-

Du bist mein Herzlein.