„Nein. Nein. Nein. Nein!“, ich beobachtete, wie Elisabeth auf ihr Bett einschlug, „Das darf nicht- Nein!“
Obwohl ihr Anblick von Schmerz geprägt war, so konnte ich nur Freude verspüren. Freude, die sich auch über Julies Lippen schlich, als ich ihr das Bild von Elisabeths Gemächern zeigte:
Ein offenes Fenster. Die brennenden Kirche in der Ferne. Die verzweifelte Elisabeth in ihrem Bett.
Raptioville wirkte auf Lucifer so unscheinbar. Es überraschte ihn, dass dieser Ort eine Kleinstadt sein sollte. Er war so mickrig. So … leer? Aber vielleicht lag das auch nur an Merichaven. Neben dieser Großstadt wirkte bestimmt jedes größere Kaff winzig.
„Das ist es“, er deutete auf ein Einfamilienhaus inmitten dutzend anderer.
Denn laut der Stadtverwaltung lebten hier die einzigen Stroms des Ortes.
„Meinetwegen“, murrte Kim und schnappte sich das leere Paket. Dennoch fuhr Lucifer noch weiter, um sicherheitshalber eine Querstraße entfernt zu parken.
Er wollte nicht, dass Angeline seinen Wagen erkannte.
Es dauerte mehrere Stunden, ehe Maria sich von Julie verabschiedete. Viel zu lange wollte sie bei ihrer Freundin ausharren und sich um diese kümmern. Dennoch stand Julie sofort aus ihrem Bett auf, sobald ihre Freundin sie endlich verließ.
Erschrocken wirbelte ich um Julie herum. Auch ich war der Meinung, dass sie sich ausruhen sollte! Ich wusste nicht, ob ich sie verletzt hatte. Immerhin war es das erste Mal gewesen, dass ich in einem anderen Menschen gesteckt hatte.
Die Werbungen von Cousin Alexander begannen nur zwei Wochen später. Immerzu fragte dieser, ob er nicht Maria treffen könne. Dass er gerne um sie werben würde. Dass sie natürlich Julia als Begleitung mitbringen dürfe.
Seine Briefe waren widerlich. Viel zu liebreizend. Schief. Verkehrt! Wäre es nach mir gegangen, hätte ich all seine Papiere auf einmal verbrannt. Aber da er Julias Weg aus dem Anwesen war …
„Wie fühlst du dich?“, vernahm ich ihre Frage an Maria.
„Leer“, offenbarte das Mädchen, „Hat Vater wenigstens heute …?“
Die Madam entpuppte sich als Elisabeth. Sie war das älteste Kind und die Lieblingstochter eines Fürsten hinter der Meerenge. Und sie war es auch gewesen, die Sir Stark angewiesen hatte, nicht ohne Timmys Schwester aus den Wäldern zurückzukehren.
Nicht ohne Julie.
Denn sie wäre kein Teil des Dorfes. Sie müsse vom Befehl ihres Vaters verschont werden. Und sie müsse die Madam nach Hause begleiten, damit sich der Fürst selbst von der Wahrheit überzeugen könne.
All das erfuhr Julie jedoch erst, als sie Elisabeth traf. Dabei behauptete diese, dass Timmy von den Piraten erwischt worden wäre. Dass er gestorben war, um ihr das Leben zu retten. Dass sie deswegen von nun an auf Julie Acht geben wolle. Dass deswegen ihr Arzt auch für Julies Verletzung mit verantwortlich wäre und sie sofort zu behandeln habe!