Minki und das größere Wesen

(Nach sehr vielen wahren Geschichten,)

Das kleine Wesen blieb nicht lange klein.

Minki wollte es verfluchen! Der Kater hatte dem Geschöpf von Anfang an nicht über den Weg getraut. Es hatte ihn seit jeher besorgt. Er war von dem Winzling so sehr schikaniert worden! Seine Ohren wurden gepeinigt. Seine Nase wurde ausgeräuchert. Sein Schwanz wurde massakriert!

Und endlich wusste er auch warum. Bei diesem Wesen handelte es sich um einen weiteren Zweibeiner. Einem ziemlich dummen Zweibeiner.

Der Kater sprang auf einen niedrigen eckigen Baum. Hier konnte ihn der Winzling nicht erreichen. Hier war er noch sicher vor diesen mickrigen Händen, die ständig nach ihm langten. Sicherlich würde die Frau seines Retters mit ihm schimpfen. Immerhin wusste er, dass er auf den eckigen Bäumen eigentlich nichts zu suchen hatte. Aber wenn Minki die Wahl zwischen ein paar bösen Worten und diesem winzigen Monster von einem Zweibeiner hatte, dann brauchte er nicht lange nachdenken.  

Forschend glitten seine Augen über den Kasten, in dem das Wesen hing. Die zwei Beine des Geschöpfs strampelten wild umher, während das Gerüst des Kastens den Körper aufrecht hielt. Die Arme des Felllosen kamen kaum über die Gefängniszelle, in der es festhing. Dennoch streckte es sie fordernd nach dem Kater aus und gab dabei immer dieselben unklaren Laute von sich.

Minki fauchte.

Das Wesen lachte.

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Kleine Füße

Fünf Zehen an jedem Glied,
– so winzig klein –
Fallen sie durch jedes Sieb.

Sind erbsengroße Murmeln,
– so winzig klein –
Wissen sich zu verkrümeln.

So strecken sich die Beinchen,
– hin und her –
So ränkeln sich die Ärmchen.

Große Äuglein so fragend,
– hin und her –
Starren gar so wehklagend.

Sie wollen doch laufen,
Toben, sich raufen.
Sie wollen doch spielen,
Endlich Spaß erzielen!

Nur sind die Füße viel zu klein,
Geh’n tut sich’s nicht auf diesen Bein’n.
Sie müssen erst wachsen – sprießen,
Steh’n, ehe sie nach vorn‘ schießen.

Die Zehe, die Beinchen,
Die Füße, die Ärmchen,
Müssen ihr eigenes Gewicht zu tragen lernen.

Und werden eines Tages dann zu den Sternen
Rennen.


Danke, dass ihr in mein Leben gepurzelt seid, Mottchen und Wölfchen.
Ich liebe Euch.