Das Buch

Schnörkel und Kreise
Schicken uns auf die Reise.

Strich um Strich
Erzählen sie uns schlicht:

Geschichten mit Wunder,
Geschichten mit Magie,
Geschichten mit Zunder,
Mit funkelnder Magie!

Jedes Wort malt mit eigener Farbe.
Jeder Satz zieht eine eigene Form.
So wird die Leinwand eine Habe,
Ein Bild so groß und enorm!

Wer liest, erschafft seine eigene Welt.
Wer liest, findet einen neuen Held.
Man findet seine innere Stärke,
Durch ein paar Blätterwerke!

Freundschaft, Liebe und Vertrauen,
Verdrängen das tägliche Grauen.
Wünsche, Träume und Geborgenheit,
Zwischen Seiten der Verlorenheit.
Inmitten Schwarz auf Weiß
Liegt ein zauberhafter Preis.

So hole ich mein Buch heran
Und lese – so viel ich kann!

Des Traumes Feder

Werden Augen geschlossen,
Werden Träume gegossen,
Wird die Tinte vergossen,
Die Feder, sie schreibt.

Das Luft ist Papier,
Die Farbe ist Zier,
Der Zauber ist hier,
Die Feder, sie springt.

Gemalt werden Berge,
Gemalt werden Wälder,
Gemalt werden Täler,
Die Feder, sie tanzt!

Erzählt werden Märchen,
Von verzauberten Pärchen,
Von hungrigen Bärchen!
Die Feder, sie bibbert …

Gruselig wird’s dabei auch,
Das ist ein fester Brauch.
Aber da folgt der Rauch!
Die Feder, sie jauchzt!

Der Horror ist verborgen,
Sie muss sich nicht mehr sorgen,
Freut sich auf den Morgen …
Die Feder, sie seufzt.

Die Tinte ist leer,
Das Ende muss her.
Es fällt ihr schwer-

Doch die Feder, sie fällt
Und der Traum zerfällt.

Wahrer Wind

Der Wind kennt keinen Halt,
Wenn er durch uns‘re Welt schallt.
Ja, mal muss er sich verbiegen,
In falsche Richtungen gar fliegen.
Er muss tanzen und sich strecken,
Gelangt trotzdem in entlegenste Ecken!

Denn der Wind ist frei –
Frei zu träumen,
Frei von Zäunen
Frei von jeder Streiterei.

Im Wind singen die Wünsche.
Sie sind dort wahre Trümpfe.
Sie entgehen jedem Nein,
Singen in die Welt hinein!

Mal sind sie sanft und zart.
Mal stürmisch und hart.
Mal verherrlichen sie das Glück.
Und mal fordern sie ihre Liebe zurück.

Die Winde sind frei.
Die Träume sind frei.
Die Zukunft ist frei?

Dennoch sollen wir unsere Richtung lenken?
Ohne den morgigen Tag zu zerdenken?
Unsere Hindernisse können nur bedingt nützen!
Wir müssen uns aufs Unbekannte stützen.

Mein klein Blümlein

Grashalm klein, Grashalm fein,
Sollst in meinen Träumen sein.

Grashalm klein, Grashalm fein,
Sollst wachsen zum Schein.

Grashalm klein, Grashalm fein,
Meine Liebe soll dein sein.

Unser Sonnenschein erwartet dich,
Umarmt dich mit gold’nem Licht:
Möcht dich wachsen seh’n,
Möcht dich blühen seh’n!

Denn du bist kein Grashalm klein.
Du bist ein zartes Blümlein.
Mein klein Blümlein,
Versteckt im tristen Hain,
Versteckt hinter Stein’n,
Bleibst noch für dich allein.

Wächst du still heran,
Mit klarem Gesang,
Mit bunten Blättern
Die in die Höhe klettern!

Gern komm ich zu dir
Verlier‘ meine Sorgen hier.
Mein klein Blümlein
Du verjagst meine Pein,
Nur in deinem Schein
Bin ich daheim …

Dankbar betrachte ich dich
Erstrahle innerlich,
Sehe dich als einzigartig!

Oh, mein klein Blümlein,
Ich goss dich.
Ich pflegte dich.
Ich schützte dich.
Ich liebe dich-

Du bist mein Herzlein.

K: Affinitätenwandel I

Cindy Lucy war fünf, als ihre Großmutter sie das erste Mal an die Oberfläche führte. Zuvor war die Welt über ihr nur ein Mythos gewesen. Eine weitere Etage in einem Anwesen, das sich fast gänzlich unter der Erde versteckte. Dass der Himmel nicht nur ein Bild an einer Zimmerdecke war, war ihr nie in den Sinn gekommen.

Bis sie hoch gebracht wurde, um das erste Mal reine Luft zu berühren. Ein Macian brauchte diese Berührung, wurde ihr gesagt. Damit sie den Wind spürten. Damit sie ihn bändigen konnten. Damit sie seine Wildheit verstanden.

Begeistert drehte Cindy sich im Kreis.

„Die Sonne ist so warm“, verlor sie ihre Worte in die Welt – denn heute echoten sie nicht zurück.

Es wirkte so weit. So … offen.

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