Liber durfte keine Zeit verlieren. Er hatte sich mit einem Ruderboot zurück in den Hafen begeben. Hatte nach einem Pferd gerufen und direkt drei vorgeführt bekommen. Dann war er mit dem Boten und einer Wache losgeritten.
Chem Wak wartete ungeduldig auf der Polizeistation. Er war allein gekommen. Ohne seinen Fahrer. Deswegen hatte er auch ein normales Taxi nutzen müssen. Eines, das gestunken hatte. Eines, das die ganze Fahrt über geklappert und gezischt hatte. Eines, in dem der Fahrer kein Wechselgeld gehabt haben wollte!
Er verabscheute es.
Aber noch mehr verabscheute er es, wenn er sich irrte. Seit Freitagabend hatte er nun schon diese schwankenden Visionen über die Zukunft. Er hatte geglaubt, dass sie erst zum nächsten Wochenende von Relevanz wären. Weil die Zeitung in seiner Vision vom darauffolgenden Sonntag war. Weil sie von einer ruhigen Gegend handelten. Weil es Lilith ja gut gehen sollte.
Obwohl Pans Schlaf traumlos verlaufen sollte, so suchte ihn dennoch eine Erinnerung heim. Eine, in der er ein totes Mädchen vor sich sah. Bacchus presste es an seine Brust. Er weinte um sie. Schüttelte ihren Körper. Rief immer wieder ihren Namen.
Selene.
Das war doch auch der Name des Mondes, oder? Pan hörte sich selbst spielen. Das Lied der Trauer. Ja. Das war ihm als erstes für Bacchus eingefallen. Er hatte damals nicht auf ihren Namen geachtet. Viel zu groß war sein Mitleid gewesen.
Pan betrachtete, wie sich seine Sklaven durch die Mittagssonne quälten. Er hatte sie sich eigentlich nicht zu eigen machen wollen. Es war einfach in der Hitze des Gefechts passiert. Doch nun? Nachdem er diese Kreaturen befragt und die Welt der Menschen zu verstehen glaubte?
Er hasste ihre Gattung!
Angewidert wandte er sich von den schuftenden Bauern ab. Er trat wieder ins Haus. Ein Haus, das er kaum benötigte. Das er so jedoch den anderen Bauern verwehrte. Das er ihnen immerzu verwehren würde!
Er würde definitiv mit Angeline die Tage sprechen müssen. Wenn sie das nächste Mal mit einem Einbrecher ins obere Stockwerk verschwand, brauchte er freie Sicht! Die geschlossenen Vorhänge und Fensterläden ließen ja nicht einmal vermuten, wo sich die Schwangere derzeit befand. Er vermutete nur, dass es ihr noch gut ging. Immerhin schienen sich die Leute in der Stube wieder etwas entspannt zu haben.
Soweit es ihnen mit der bewaffneten Kim im Raum möglich war.