NaNoWriMo 2019

Das war ein weiterer November mit durchschnittlich 1’667 Wörtern pro Tag.

Und mannometer! Manchmal war es schon schwer auf die grobe Zahl zu kommen oder gar abzubrechen, um erst am nächsten Tag weiter zu machen. Aber das gehört für mich persönlich mit dazu. Wenn das Schreibtempo und vor allem die Schreiblast kontinuierlich bleibt, kommt wieder ein wunderbarer Rhythmus zustande, den man das restliche Jahr über schnell missen würde.

Aber genug davon! Die Worte sind geschrieben. Die Geschichte von Leben und Tod geht in die nächste Runde. Und Zeit hat endlich-

Ups. Beinahe wäre ein Spoiler zwischen die Zeilen gerutscht. Nun gut. Kommen wir zum eigentlichen Grund des Blogeintrags.

An alle, die mit mir angefangen haben, die die 50k knacken konnten oder die sich auf dem Weg dahin zwischen Weihnachtsschmuck verirrt haben:

Ich freue mich, dass ihr mitgemacht habt! Danke für eure Worte! Danke für die Hoffnungen, die ihr in sie gesetzt habt. Danke für all die Träume, die nun das Papier berühren durften!

Ich finde es wunderbar, dass ich nicht der einzige komische Kauz bin, dem Geschichten etwas bedeuten.

Also Danke!

Für euch.

C: Seltsamer Schutzengel

Müde rieb sich Liane die Augen und schloss das Buch, in dem sie eigentlich noch lesen sollte. Es brachte nichts. Sie war fast zu Hause und die Busfahrt war einfach zu einschläfernd dafür. Die holprigen Straßen luden geradezu dazu ein, die Lider zu senken und sich den Träumen über andere Welten hinzugeben.

Welten, von denen einzig sie zu träumen schien.

„Das wird heute nichts mehr“, knurrend steckte sie das Schulbuch in ihre Tasche und schmulte auf ihr Handy. Kurz vor neun. Sobald sie zu Hause ankam, müsste sie sich wieder ums Abendbrot kümmern, duschen und ins Bett. Ihr Vater würde nicht vor elf zurücksein und ihre Mutter?

Die Frau war doch schon seit fast zwölf Jahren überfällig! Seitdem sie Liane nach ihren Träumen ausgefragt und diese für zu anstrengend befunden hatte.

„Verzeihung?“

Irritiert sah Liane den Mann schräg vor ihr an. Er war klein. Etwas rundlich. Hohe Stirn. Kleine Augen. Kurzgeschorene Haare.

Seltsam.

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M: Prolog – Flucht I

Er rannte. Hechelnd versuchte er, mit seinem großen Bruder Schritt zu halten. Oder wurde er eher hinterhergezerrt? Er wusste nicht mehr, ob er aus eigener Kraft lief oder gezogen wurde, ob das Adrenalin in seinem Körper echt war oder er eigentlich schon zu den Toten gehörte und es nur noch nicht wusste. Letzteres wirkte beinahe realer für sein kleines Köpfchen.

Noch immer konnte er sie hören. Die Schüsse am Ende des Flurs, die fluchenden Rufe, die erschrockenen Schreie, die wütenden Stimmen, vor denen sie flüchteten…

Und dann roch er es. Der beißende Geruch des Rauches, der nach verbranntem Fleisch stank, vermischt mit bitteren Chemikalien, verschmolzenem Plastik. Es war ein Geruch, den er nur als den Tod zu beschreiben wusste. Ein Gestank, der versuchte, dem Jungen die Tränen in die Augen zu treiben. Aber er wehrte sich.

Er würde sich immer wehren.

Er durfte nicht aufgeben! Sein Bruder drängte ihn mit Worten voran, die er kaum mehr wahrnahm. Sie wurden von der Hitze der Flammen und der pochenden Angst in seinem Herzen verschluckt. Seine Beine fühlten sich mit jedem Schritt mehr nach Wackelpudding oder eher der dazugehörigen Vanillesoße an. Sein Magen war verknotet. Seine Lunge brannte, als wäre sie in pure Säure getränkt worden. Er glaubte, mehr Luft auszuhusten, als er gar einatmen konnte!

Schon wieder. Ein weiterer Schuss ertönte. Dieser näher als die Vorherigen. Wurden sie nun verfolgt? Was war mit ihren Eltern? Ihrer zittrigen Mutter? Er hatte sie seit Stunden nicht mehr gesehen. Ging es ihr gut? War sie auf einem anderen Weg nach draußen geflohen? Was war mit ihrem Vater? Der Mann, der versprach, zu ihnen aufzuschließen? Der sie fortgeschickt hatte?

Er sah das erschrockene Gesicht seines Bruders. Konnte die Angst darin beinahe ergreifen. Dachte an die Männer. An die Waffen. An die Kugeln. Fragte sich in einem verzweifelten Augenblick, wie schnell er über einen Leichnam steigen könnte. Fragte sich dann, wie schnell er über die leeren Augen seines Bruders steigen könnte.

Was war richtig? Was falsch? Gab es so etwas denn überhaupt noch? Und was war gerecht? Sollte er hier sterben, für die Fehler anderer büßen – war das etwa gerecht?

Ein Rufen erklang hinter ihnen, doch blieben sie nicht stehen. Sie durften nicht stehenbleiben. Jeder Stopp könnte der Letzte sein. Wenn er überhaupt noch lebte. Wenn er diese Nacht überlebte. Wenn sie aus diesem Anwesen-

Dort hinten! Er entdeckte die gewaltige Eichentür und mobilisierte seine letzten Kräfte. Das war die Eingangstür, die Haustür. Sie würden es schaffen!

Gemeinsam stießen sie das riesige Stück Holz zur Seite und stürmten hinaus. Erschöpft sog er die frische Luft in seine Lungen. Er spürte, wie die nächtliche Kälte in ihn eindrang und sich durch seine Luftröhre zwang. Die frische Luft schmerzte ihn. Sie brannte wie der Rauch in seiner Lunge. Ließ ihn husten.

Erst durch das knirschende Geräusch neben ihm blickte er wieder zu seinem Bruder herüber.

Sofort schloss er die Tür und half dem Älteren dann, einen der Mamorlöwen umzuwerfen, um den Fluchtweg zu blockieren. Er verschwendete keinen zweiten Gedanken an die so genannten Menschen im Haus, als sie das Monster von einem Stein vor der Tür umstießen. Er wusste, dass er keine Reue für diese Leute empfinden würde.

Durch diese Tür würde niemand mehr hinauskommen. Niemand!

Aber was war mit seinen Eltern?

Zweifel schlichen sich in sein kleines Herz, während seine Augen auf dem Eingang lagen. Sein Bruder hatte gesagt, dass er nach vorn sehen musste. Sich nicht umdrehen durfte. Er hatte auch seinen Vater gehört. Blut gesehen-

Er zuckte zurück, als er die Rufe hörte. Das Hämmern an der Tür. Die fremden Stimmen.

Wütend, fast schon hasserfüllt, ignorierte er die Schreie, die nun dahinter erklangen. Seine Hand suchte die seines großen Bruders. Suchte nach Unterstützung. Sicherheit. Doch dieser war bereits einige Schritte weitergegangen und starrte stirnrunzelnd auf ihren Parkplatz.

Dort stand er – lässig an einem der Autos angelehnt.

Der Mann trug einen zerknitterten, aber sauberen Anzug und sein Haar war so zerzaust, als hätte es noch nie zuvor eine Bürste gesehen. Der Lolly in seinem Mund gab ihm einen kindlichen, fast schon naiven Ausdruck, der im kompletten Kontrast zu dem ernsten Gesichtsausdruck des Struwwelpeters stand. Zu diesen kalkulierenden Augen.

Geduldig sah der Mann zu den Brüdern hoch, während er ihnen die Tür seines Wagens aufhielt. Wortlos, aber dennoch etwas zögerlich, folgten sie seiner Aufforderung. Gemeinsam krochen sie auf die Rückbank und beobachteten, wie er sich hinters Steuer setzte.

Niemand schnallte sich an, als sie mit Vollgas die scharfen Kurven vor dem Haus entlang rasten – fort von der brennenden Hölle.

Der jüngere Bruder blickte noch einmal zurück. Er konnte den starken Rauch des Feuers immer noch auf der Zunge schmecken. Konnte die Hitze spüren. Hörte selbst das leise Knacken der Flammen, das ihm bei der Flucht nicht aufgefallen war.

Vor seinem inneren Auge spielte sich immer wieder ihre Flucht ab. Sie verfolgte ihn. Zwang ihn, sich an die Männer zu erinnern. An ihren Vater.

Er tastete nach der dünnen Kette, die seinen Hals umschlang. Spielte mit diesem kleinen Metallplättchen daran. Hielt daran fest.

Vorwurfsvoll biss er sich auf die Unterlippe. Er ließ von der Erinnerung ab. Zwang sich dazu, langsam zu atmen. Abstand zu nehmen.

Erst dann sprach er aus, was ihn quälte: »Entschuldigt… Mom… Dad…«


Passend zur Buchveröffentlichung könnt ihr hier nun den Prolog zu Merichaven: Kidnapped lesen. Ich hoffe, dass er euch gefallen hat und dass ihr Interesse an dem kompletten Buch bekommen habt C:

AdHdEk: Die Geburt

Tod

Als er die Augen das erste Mal öffnete, erfüllte ihn ein Name. Es war ein sturer Name, der sein Wesen gänzlich einnahm. Ein Name, den er nicht verstand. Den er für böse hielt. Der richtig und falsch zugleich schien und – und dennoch! Dennoch spürte er, welche Rolle dieser Name im großen Ganzen spielte, wenngleich er es nicht in Worte zu fassen glaubte-

Wenngleich er das große Ganze nicht zu begreifen erhoffte.

Was er wusste, war… Nichts. Und trotzdem fühlte er sich, als müsse er nur an einem einzigen Gedanken festhalten, um alles zu wissen. Um diese trostlose Einöde zu verstehen, die ihn umgab. Diese… Erde? Diese zerrissene tote Erde, die kein Feuer in sich trug. Kein Wasser. Keinen Geist. Nicht mal eine Seele.

Eine Seele?

Was war eine Seele?

Warum kümmerte sie ihn?

Er wandte sich ab. Zog sich hoch. Fand heraus, dass sein Körper sich nicht entscheiden konnte. Dass sich seine Knochen noch formten. Dass das Fleisch sich noch wandelte. Experimentierte.

Erst hatte er ein Bein.

Dann plötzlich zwei.

Dann vier.

Seine Arme wurden erst länger.

Dann kürzer.

Sein Rücken juckte und er spürte etwas daran wachsen.

Er sah Flügel, spürte Hörner und einen Schwanz aus ihm sprießen.

Und dann?

So erschreckend schnell wie es begann, stoppte es wieder. Die Flügel waren verschwunden. Die Hörner geschrumpft. Der Schwanz abgefallen. Einzig zwei Beine trugen seinen Körper keuchend aufrecht. Einzig zwei Arme mit zwei Händen umklammerten seinen Kopf.

Seinen Kopf mit diesen kleinen Dellen. Mit diesen Hörnern.

Hörner, die sich falsch anfühlten.

Die dennoch blieben.

Er zwang seine Füße einige unsichere Schritte voran. Ließ sie ihn tragen. Vertraute ihnen.

Konnte rennen.

Konnte springen.

Noch ehe er die Worte verstand.

Und dann stolperte er.

Er fiel der Länge nach hin. Spürte, wie seine Knie schmerzten. Wie schwer sich sein Körper anfühlte. Wie sehr sich seine Glieder weigern wollten, wieder aufzustehen. Wie er viel lieber liegen bleiben wollte. Wenn nötig auch für immer!

Sodass er nie wieder verletzt werden würde.

Und so fand sie ihn.

Bist du auch tot?

Müde blickte er auf diese neue Kreatur.

Sie war klein. Sah ihm so ähnlich.

Hatte zwei Arme. Zwei Beine.

Silbernes Haar.

Große violette Augen.

Ich bin Tod.

Seine Stimme klang ruhig. Tief. Nicht so hoch wie ihre und überrascht drehte er sich um. Er starrte sie an. Sah, dass sie ihn verstanden hatte.

Lauschte ihrem Kichern.

Dann bist du so wie ich?

Ihre Worte irritierten Tod. Ohne an seine Ängste zu denken, setzte er sich auf. Er beobachtete das Mädchen, das ihm gerade so auf Augenhöhe begegnete. Das so klein war. So zierlich.

Er wollte sie beschützen.

Kann sein. Oder du bist wie ich.

Er legte den Kopf schief. Spürte, wie sie seine Hörner betrachtete. Ließ sie die Hände danach ausstrecken. Sie berühren.

Und mit der Berührung verstand er plötzlich, warum er die Augen nicht von ihr nehmen konnte. Warum er sie so sehr anstarrte. Nichts anderes in dieser Einöde mehr sehen konnte.

Für sie war sein Licht.

Und er eine so dunkle Finsternis.

Er konnte es sehen. Wie dieses Licht sie erfüllte. Konnte eine Flamme sehen. Ein warmes Etwas, das ihr ganzes Wesen erstrahlen ließ. Konnte darin eine Energie finden. Eine Abhängigkeit, die er vorher nie zu beschreiben gewusst hätte.

Sowas hab ich nicht…

Ihre Worte klangen neidisch. Aber auch überrascht und neugierig. Als könne sie seine Hörner nicht verstehen. Als sähe sie kein Zweck in ihnen.

Sie streichelte über die toten Erhebungen.

Zog langsam die Hände zurück.

Dafür stehen dir die Haare besser.

Sie lachte. Es war ein so klares Lachen., als würde sie plötzlich glücklich mit ihm sein.

Na dann! Muss ich wohl gut genug für uns beide aussehen!

Sie drehte sich weg. Tanzte über die tote Erde und summte dabei eine Melodie, die von ihrem Glück erzählte.

Die sein Herz erwärmte.

Er beobachtete, wie ihre Schritte über die Erde glitten. Sah, wie ihr Feuer aufloderte. Dieses Licht, das das gesamte Zwielicht vertrieb. Das diesen kalten Stern im Himmel aufleuchten ließ. Das in die Erde glitt.

Er schob die Hände über den Boden. Glaubte ein Pochen zu spüren. Ein Gesang, der von ihrer Melodie geweckt wurde. Ein Rhythmus, dem noch die Instrumente fehlten. Der trotzdem beschloss, den Anfang zu machen.

Und dieser Symphonie zu verfallen.

Was ist? Willst du ewig da rum hocken?

Ihre Frage irritierte ihn.

Ihr Lächeln verzauberte ihn.

Seine Beine standen aufrecht, ehe er verstand, wieso.

Hör nicht auf.

Seine Bitte klang so egoistisch. Zumindest in seinen Ohren.

Er beobachtete, wie sie nickte.

Wie sie in die Hände klatschte.

Wie um sie herum die Welt erwachte.

Wunderschön.

Er starrte auf ihre Flammen. Auf ihr Licht. Auf diesen wundervollen Glanz, der den Boden begrünte. Der der rissigen Erde etwas schenkte. Der ihn veränderte. Ihn schuf. Ihn liebkoste. Ihn wieder veränderte. Bunt werden ließ. Stärkere Grünlinge erschuf.

Grünlinge? Nein. Das waren Bäume.

Und Blumen.

Gras.

Pflanzen.

Du bist ein Wunder…

Irritiert öffnete sie die Augen. Bedachte die Idylle, die sie selbst erschaffen hatte, so verwundert. So überrumpelt.

Sie schüttelte den Kopf.

Nein. Ich bin nur Leben.

Erholende Ruhe

Inmitten von Geschrei, Geplär,
Hupen, Kreischen, dem ganzen Verkehr,
Den Tönen der Feuerwehr
Und so vielem mehr!
Kommt man heut‘
Zwischen all den Leut‘
Stets bereut
Nicht erfreut
Einfach
Nimmermehr
Zur Ruh.

Stets steht etwas an.
Stets wird man gerufen.
Stets gibt es was zu tun.
Stets sitzt man zwischen den Stufen.

Aufgaben stapeln sich,
Die Arbeit wartet nicht,
Sie fordert dich!

Sie fordert dich
Ein,
Heraus,
An,
Immerzu,
Ohne Ruh.

Denn das Leben wurde durchgeplant.
Es hat sich Deiner nicht erbarmt.
Es hat die Jahre ermahnt.
Einen Zeitplan entsandt.

Erst hierhin
Dann dorthin.
Zieht es dich
Von A
Nach B
Zu C
Über D
Hinaus zu E
Hinfort zu F…

Der Schlaf ist auf die Minute datiert,
Das Träumen wurde dreifach halbiert.
Stattdessen nahm das Lernen zu,
Das bisschen Arbeit schaffe man doch im Nu!
Pausen wurden abgeschafft,
Der Tag weitestgehend gestrafft.

Erholung wäre überbewertet,
Die Herzen seien alle verhärtet!
Ach, wann werde ausgewertet:

Der Stress in jungen Tagen
Im Vergleich
Zu den erholsamen Jahren,
Die doch nicht jeder von uns
erreicht.

Kletternde Erwartung

Wie auf einer Skala
Rennt es hinauf.
Hitze obsiegt,
Gewinnt jeden Lauf.

Die Temperaturen steigen
Strich um Strich.
Mit ihnen vergeht
Ein sanftes Licht.

Phantasie ist zweitrangig,
Freude vergeht.
Dem Glück wird bange,
Spaß verweht.

Denn gefordert wird viel,
Gefordert wird alles,
Gefordert wird stets,
Die Seele des Krawalles.

So heißt es:
Lernen. Trainieren.
Üben. Musizieren.

So wird verlangt:
Werd‘ besser. Werd‘ besser.
Zur Not auch mit Messer!

Wird man schlechter,
Hat man versagt.

Wird man nicht gut,
Man hat es gewagt!

Gewagt zu verlieren.
Gewagt zu enttäuschen.
Gewagt diese Erwartungen,
Die täglich mehr verlangten,
Die täglich höher sprangen,
Die täglich fordernd langten,
Nicht zu erfüllen!

Egal sind die Umstände.
Irrelevant alle Einwände.
Und wenn man Ruhe fände,
Sich entfremde,
Bestände,
Auf ein baldiges Ende,
Wird man gefragt:
Warum man sich abwände?

Warum verletzt man jene,
Die alles für einen gäben?
Wahrlich ist es nicht fair!
Erkennt man nicht den Segen?
Den Segen, den man durch sie erlangt,
Der sicherlich nicht zu viel verlangt!

Denn diese klitzekleinen Erwartungen,
Die ja nur mit dem Alter,
Die einzig mit dem Können,
Mit dem Erlernten und Obsiegten
Stiegen-
Sie waren doch sicherlich nicht zu viel?

Sie waren doch sicherlich
Rechtens und
Motivation,
Kein Grund zur folgenden
Separation.

Separation von Kindern
Zu ihren Eltern,
Zu ihren Lehrern,
Den drängenden Älteren,
Der inneren Stimme-

Oh, weh! Oh, weh!
Sollte man dieser nicht vertrauen?
Damit man mit deren Imagination,
Die Welt bringt zum Staunen?

Imagination,
Dessen Motivation
Verborgen in Isolation…

So frag‘ ich nun jene,
Die andere fordern,
Und stets herumbeordern:

War das Ziel,
Ein tödliches Spiel,
Nicht ein wenig zu viel?

Kälte

Wärme ist sanft, ist schützend.
Sie gibt Leben, gibt Streben.
Gar viele würden sie nützen –
Existieren mit ihren Stützen.

Die Sonne spendet Kraft.
Mit teilender Weile
Senden ihre Strahlen Macht –
Eine einzige Pracht!

Anders ist ihr Gegenpart
Von vollkommen anderer Art.
Wie der Mond über den Himmel scharrt,
Auf vollkommen anderer Fahrt.

Doch sein Licht ist gestohlen.
Die Rückseite verdorben.
Das Herz erfroren.
Die Kälte ermordend.

So mögen zwar Wunder heilen,
Doch wird dieses Licht im Dunkeln verweilen.
Für die Kälte fordert einen Mord,
Einen eisigen Tod.

AdHdEk: Prolog – Alles und Nichts

Als der Himmel die Erde küsste, regierte Zwielicht die Welt. Zwielicht, das weder dem einen noch dem anderen gehörte.

Es war hell und klar und…

…auch wieder nicht.

Es war kalt.

Und es war warm.

Es war da.

Und es war fort…

Es war ein ewiger Kampf. Ein ewiges Gefecht. Etwas, das wie das eine erschien und das andere offenbarte.

So wurde aus Nichts Alles.

Und aus Alles Nichts.

So ward das Eine Alles.

Und so ward das Eine Nichts.

So ward alles Andere Alles.

Und so ward alles Andere Nichts.

In diesen Gegensätzen erblickten sie das Licht der Welt.

Leben und Tod.


Mal ein kurzer Auszug aus meinem NaNoWriMo Projekt von 2018.

K: Die Umzüge nach den Ammenmärchen

Jessica Naar war genervt. Sie war genervt und wütend. Sauer über den Tag. Sauer über ihre Mitschüler. Sauer auf sich!

Ihre Schultasche flog in eine Ecke ihres winzigen, schäbigen Zimmers. Sie warf ihre Schlüssel hinterher, kickte ihre Schuhe neben ihr Bett und ließ sich seufzend darauf fallen. Ballte ihre Hände zu Fäusten. Entspannte sie wieder. Zählte im Kopf einen imaginären Countdown runter.

Die Naar kannte das Prozedere. Sie wusste, was heute noch folgen würde. Was immerzu folgen würde. Immerhin war ihr bewusst, dass sie selbst für eine Stadt wie Merichaven den Bogen überspannt hatte. Dass es nur noch eine Frage der Zeit war, bis ihre Mom-

„Alles in Ordnung, Jessi?“

Da stand die ältere Frau auch schon in ihrer Zimmertür. Wenn man das schiefe Holz überhaupt als solches bezeichnen konnte. Immerhin ließ es sich doch nicht einmal schließen… Besorgt sah sie zu Jessica hinüber und wirkte derzeit weder frustriert noch wütend.

Also hatte die Schule noch nicht angerufen?

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Die kleine Wolke Fuji

Es war einmal eine kleine Wolke. Sie war plötzlich da. Entstand einfach. Wusste nicht woher sie kam oder wohin sie sollte…

„Nun denn“, entschied diese kleine Wolke, als sie die Welt unter sich erblickte, „Ich möchte überall hinfliegen. Ich möchte groß träumen. Und niemand wird mich aufhalten!“

Sobald die kleine Wolke jedoch die Worte gesprochen hatte, erklang eine ältere Stimme. Rau und grummelig hallte sie in den Ohren der Wolke wider.

„Haha. Lieber Jüngling“, bemerkte die Sonne, „Das Leben ist bitter. Träum nicht zu viel – du wirst nur enttäuscht werden. Ziel nicht zu hoch – du wirst eh nur fallen. Versuch am besten nichts – du wirst es sowieso nicht schaffen!“

„Woher willst du das wissen?“, bemerkte die kleine Wolke trotzig, wenngleich sich Zweifel in ihr Herz geschlichen hatten.

„Der, der am höchsten steht,“, entgegnete die Sonne und küsste den Horizont, „fällt am tiefsten“

Damit war sie verschwunden. Und mit ihr das Licht.

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