B: Familie Bach

Lilith, schallte es durch ihren Traum, Lilith!

Es war wie ein vergangenes Echo. Eine weit entfernte Erinnerung. Genauso wie die Bilder, die sie von den seltsamen Kreaturen angefertigt hatte. Von diesem Teufel. Diesem Kind. Diesen … Freunden?

Lilith, ich brauche di-

Abrupt setzte Liane sich auf. Sie schwitzte. Schemen verschoben sich vor ihrem inneren Auge. Geschöpfe, die so fremdartig und dennoch so vertraut wirkten. Sie fühlte sich wie in einem Science Fiction Film. Nur …

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K: Die Narbe der Erkenntnis

TJ zog den Mantel enger um sich. Es war eigentlich nicht so kalt, dass er ihn bräuchte. Nicht zum Aufwärmen. Doch konnte er sich nur mit diesem ungesehen durch Kumohoshi schleichen. Denn der eingewebte Bannkreis gab ihm das Erscheinungsbild eines älteren Mannes. Das ersparte ihm die neugierigen Blicke, die er die letzten zwei Tagen bereits ertragen musste. Das ersparte ihm die Wachen, die ihm sonst seither folgten. Und es ersparte ihm die Fragen der anderen Hushen:

Wie war der Otou-san gestorben? Hatte sein Onkel schon entschieden, ob er die nächsten Jahre das Amt übernehmen würde? Die Rolle selbst durfte der Mann nur ausfüllen, wenn TJ sie verschmähte. Wenn TJ ein einfacheres Leben oder den Tod vorzog. Wäre das sein Plan? Wie würde er sich in die Machtverschiebungen eingliedern? Es wären immerhin viele hochrangige Hushen an einem Tag verstorben.

TJ wusste es nicht. Zu viel war geschehen. Er wusste noch, wie er sich von seinem Vater und besten Freund vor dem Angriff verabschiedet hatte. Wie sein Vater meinte, dass das Rechte nicht immer das Richtige war. Die beiden waren in den Stützpunkt eingedrungen, während TJ selbst die Umgebung mit überwachen sollte. So hatte er auch diese verwirrte Macian gefunden …

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K3: Prolog – Das kleinste Übel …

© Medra Yawa

[Bitte Triggerliste beachten. Danke.]

Ludwig Renaldo wank die Wachposten ungeduldig zur Seite, während er durch die Hallen eilte. Eigentlich hätte er sich auch zu seinem Bruder blinzeln können. Doch kam ihm der Fußweg eher gelegen. So konnte er seinen Frust fortschieben. Er konnte seine Gedanken neu ordnen. Das Dilemma abwägen …

»So gut gelaunt?«, grüßte ihn seine Kindheitsfreundin unerwartet. Er stockte. Er hatte sie nicht kommen gehört. Auch sein Vertrauter Arashi wirkte überrascht. Fiona Katja war die einzige Hushen, die ihn so überrumpeln konnte.

»Hast du nichts zu tun?«, murrte LR.

Obwohl er sich abweisend gab, schrak sie nicht zurück. Das tat sie nie. Stattdessen zuckte sie mit den Schultern und passte sich seinem Laufschritt an.

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Timothy – Der Ausbruch

Das Abendessen verlief ohne Probleme. Auch ließ sich Julie auf einen kurzen Spaziergang ein – wenngleich sich ihre Augenbrauen hoben, als Timmy den halben Haushalt mitnehmen wollte.

„Also wirklich! Du wirkst, als ob wir gleich ausziehen“, lachte sie.

Als er das Lachen nicht erwiderte, wusste ich, dass sie etwas ahnte. Dennoch sprach sie ihn nicht darauf an. Sie schien sich eher etwas schneller zu bewegen. Schneller und ängstlicher.

„Ich muss etwas erledigen“, offenbarte Timmy ihr endlich, als er sie zum Felsvorsprung gebracht hatte. Knapp erklärte er, dass er einem Mädchen helfen müsse. Dass es gefährlich werden könne. Dass es aber wichtig wäre und er bald wieder zurück wäre, um sie abzuholen. Dass sie sich keine Sorgen machen solle. Er würde immer zu ihr zurückkehren.

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K: Am Shanai II

„Ist … sie …“, hörte Tristen Steffen seine Mutter fragen.

Weiter kam sie nicht. Sie wagte es nicht den Tod auszusprechen. Das durfte sie nicht. Nicht als Floris. Aber als Mutter brauchte sie Gewissheit. Sie sorgte sich um ihre Tochter. Genauso, wie er sich um seine Schwester-

Sie lebt! Beeil dich endlich, Tristen! Sie lebt!

Die Worte ließen ihn erstarren. Wie sollte das möglich sein? Ihre Lippen … Sie waren so blau. So-

„Ich fürchte, ich kann nichts mehr tun“, entgegnete der Wassergeneral gepeinigt, „Ich bekomme das Wasser nicht-“

„Lügt nicht!“, schrie Tristen, als er die Starre überwand. Er sprang über das Loch – zu ungeduldig, um herum zu laufen. Für einen Moment gab der Boden unter ihm nach. Er glaubte, zu fallen!

Dann zog Julian ihn zu sich heran.

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