Märchenstunde: Die Königin der Miraculas I

Nia schritt durch die Hallen des Schlosses, das sie seit drei Jahren ihr Heim nannte. Seitdem sie den neuen Königin ehelichen musste, um ihrem Zirkel Frieden schenken zu können. Ihr Bauch war wieder gewachsen. Ein Zeichen für das baldige Kind, das sie dem Reich schenken würde. Eines, das diesmal ein Mädchen werden musste. Eines, von dem sie noch nicht wusste, ob es ein Mädchen werden würde!

Denn die beiden Jungs, die sie die letzten Male auf die Welt gebracht hatte, würden nicht die Magie der Miraculas erben …

„Ihr sollt Euch ausruhen. Der König-“

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Märchenstunde: Die Eier der weißen Schlange III

Die zweite Miracula erschien binnen einer Stunde. Sie trat auf die Lichtung. Erkundigte sich nach der anderen Miracula. Ein junges Mädchen, das immer noch schlief. Das sich jedoch durch ihre Anwesenheit langsam regte.

„Sol. Was ist los?“, fragte die ältere Miracula fordernd.

So fordernd, wie der versteckte Scute es niemals wagen würde, mit der weißen Schlange zu sprechen. Perplex betrachtete er das Schauspiel aus dem Schatten. Der Rabe, der nur gutmütig lachte. Diese ältere Frau, die ihre Hände in die Hüften stemmte. Die auf den Raben herabblickte.

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Märchenstunde: Das Königreich der Hexen II

Es dauerte zwei Tage, bis der Prinz und die alte Frau wieder auf dem Pfad auftauchten. Nia saß wieder oben in den Bäumen. Sie beobachtete, wie die Nacktaffen am Waldrand herumlungerten. Fast so, als würden sie auf etwas warten. Oder auf jemanden? Vielleicht auf den Soldaten vom letzten Mal? Oder einen anderen? Er war ja diesmal nicht bei ihnen. Dabei war sich Nia sicher, dass sie ihn nicht zu stark verwundet hatte!

Kurz nach Sonnenhoch machten die Nacktaffen kehrt und liefen zum nächsten Dorf zurück.

„Was sie wohl wollten?“, fragte Aurora, die sich zu ihr gesellt hatte.

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Märchenstunde: Der Zirkel der Miracula I

„Wenn du ein neues Leben beginnen möchtest, so folge mir. Weder ich noch meine Familie werden sich von dir abwenden“, erklärte Mira dem winzigen Kind vor sich.

Es war ein Mädchen. Höchstens sechs Jahre alt. Ihre Lumpen erinnerten sie an ihre eigenen. An damals. Als sie in den Wald gejagt wurde. Fort, von den scheußlichen Menschen. Zu der einzigen Mutter, die sie bedingungslos annahm.

„Du bist eine … Hexe?“, flüsterte die Kleine.

„Miracula“, korrigierte sie sanft, „Möchtest du auch eine werden?“

Das Kind stolperte einen Schritt zurück. Sie schaute über ihre Schulter. Schien inne zu halten.

Nickte.

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Märchenstunde: Miras zweites Leben II

Mira erwachte zu einem leisen Knacken. Müde rieb sie sich die Augen und starrte auf die Eier neben ihr. Es waren zwölf Stück. Alle mit kleinen braunen und schwarzen Flecken überhäuft. Alle so groß wie ihr Kopf und-

Dazwischen lagen riesige schwarze Federn.

Auf einen Schlag war sie wach und schaute sich nach dem großen Vogel um. Dieser hatte sie mit so einem komischen Flausch zugedeckt. Er war weich. Und warm. Deswegen hatte sie sich so geborgen gefühlt.

Geborgener als je zuvor.

„Wieder von Sinnen?“, fragte das große Wesen, das neben dem Nest auf dem Vorsprung kauerte.

Zögerlich nickte Mira. Sie versuchte, sich aus der Wärme zu befreien. Sie hatte nichts in diesem Nest zu suchen. Sie war kein Vögelchen …

Sie war nur ein verstoßener Mensch.

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