M: Abschied nehmen I

Der Weg nach oben fühlte sich unendlich länger an. Kräftezerrender. Immer wieder spannte sich Angeline an. Sie erwartete beinahe, dass sie aufgeflogen wäre. Wenn Niklas ahnte, was sie vorhatte, warum sie wirklich die Worte ihrer Mutter anders interpretiert hatte … Würde er seine Abmachungen mit ihr vergessen? Oder anders auslegen? Es wäre möglich, oder? Niklas hatte ja auch den ursprünglichen Deal immer seinen Wünschen entsprechend angepasst …

Und sie war nicht ihre Mom.

Sie war keine Radius. Sie war Angeline. Das einzige, was er von ihr im Endeffekt bekam, war der Mädchenname ihrer Mutter. Reichte ihm das wirklich?

Die Zweifel schlichen sich in einem stetigen Rhythmus an. Am liebsten wollte sie direkt zu Michael. Einfach, um mit ihm reden. Sollte sie ihm doch lieber von ihrer Abmachung mit Niklas erzählen? Von ihrem Plan?

Von ihren Umständen?

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M: Im Auge des Schützen II

Es dauerte fast zwei Stunden, ehe Jennifer ein Zimmer in einem Hotel fand. Ausgelaugt bezahlte sie die teure Kaution und brachte Ann zum zweiten Mal in dieser Nacht ins Bett – doch dauerte es diesmal nicht so lange.

Ihr Kind war am Ende ihrer Kräfte.

Seufzend rollte sich Jennifer wieder von der Matratze und schlich zum Fenster. Von dort aus starrte sie auf die schlafende Stadt.

Ihre Mutter hatte sie so abrupt rausgeworfen. Sie hatten nichts mitnehmen können. Weder Anns Lieblingspuppe noch ihre Jacken. Es war gewiss ein Wunder, dass die Frau ihrer Flocke ein paar Schuhe zugestanden hatte, ehe sie das Mädchen durch die Nacht gezerrt hatte!

Wie sollte es nur weitergehen?

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