M: Prolog – Flucht I

Er rannte. Hechelnd versuchte er, mit seinem großen Bruder Schritt zu halten. Oder wurde er eher hinterhergezerrt? Er wusste nicht mehr, ob er aus eigener Kraft lief oder gezogen wurde, ob das Adrenalin in seinem Körper echt war oder er eigentlich schon zu den Toten gehörte und es nur noch nicht wusste. Letzteres wirkte beinahe realer für sein kleines Köpfchen.

Noch immer konnte er sie hören. Die Schüsse am Ende des Flurs, die fluchenden Rufe, die erschrockenen Schreie, die wütenden Stimmen, vor denen sie flüchteten…

Und dann roch er es. Der beißende Geruch des Rauches, der nach verbranntem Fleisch stank, vermischt mit bitteren Chemikalien, verschmolzenem Plastik. Es war ein Geruch, den er nur als den Tod zu beschreiben wusste. Ein Gestank, der versuchte, dem Jungen die Tränen in die Augen zu treiben. Aber er wehrte sich.

Er würde sich immer wehren.

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