Der Freund der Einsamkeit

Mit Menschen spreche ich nicht,
Ich mag ihre Worte nicht,
Ihre Geschichten sind gefüllt mit Streit,
Ihr Fokus liegt auf dem ewigen Leid.

Schon früh hab‘ ich mich abgewandt,
Ich malte lieber Zahlen in den Sand.
Ich baute Papierschiffe – ganz allein.
Ich hielt Abstand zu ihrer Pein …

So hagelte es Beschwerden – viele!
Warum ich nur stets allein spiele?!

Ich beugte mich widerwillig,
Verkaufte mich viel zu billig.
Ich erzwang ein Lächeln, einen Blick,
Machte mich nur für die anderen schick.

Dabei schmerzte das Anschauen so sehr,
Die Worte, das Schimpfen und mehr!
Ich flüchtete mich ins Lesen, ins Lernen,
Um Zahlen und Fakten zu vermehren.

So hagelte es Beschwerden – viele!
Warum ich nur stets alleine spiele?

Ich fügte mich wieder,
Trug ihr Gefieder,
Sang ihre Lieder,
Legte mein Buch nieder …

Doch rief es nach mir.

Ob Fakten, ob Zahlen,
Ob Buchstaben – sie erstrahlen!
Sie malten mir Pfade
In eigener Gnade.

Sie zerren an mir.

Leuchtende Gassen
Führen weg vom Hassen,
Führen zu neuen Wegen,
Die andere kaum verstehen.

Sie helfen mir. Gewappnet mit der Vernunft
Finde ich überall Unterkunft.
Ich habe nun ein Heim.
Fort von der vorschreibenden Pein.

Märchenstunde: Der Fluch eines Namens I

Pan betrachtete, wie sich seine Sklaven durch die Mittagssonne quälten. Er hatte sie sich eigentlich nicht zu eigen machen wollen. Es war einfach in der Hitze des Gefechts passiert. Doch nun? Nachdem er diese Kreaturen befragt und die Welt der Menschen zu verstehen glaubte?

Er hasste ihre Gattung!

Angewidert wandte er sich von den schuftenden Bauern ab. Er trat wieder ins Haus. Ein Haus, das er kaum benötigte. Das er so jedoch den anderen Bauern verwehrte. Das er ihnen immerzu verwehren würde!

Es war ein Teil ihre Strafe.      

                               

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Fujis Überraschung

„Noch nicht“, belehrte ihn Alpe erneut und mürrisch richtete die Wolke ihre Augen in die Höhe.

„Ich weiß“, beharrte Fuji, „Aber je mehr du mich warten lässt, desto neugieriger werde ich!“

„Na, na. Du willst dir doch nicht deine eigene Überraschung kaputt machen, oder?“

Seine eigene Überraschung … Das gefiel der Wolke! Bislang hatte sich noch nie jemand darum bemüht, ihn zu überraschen. Gewiss war es den Sternen nicht in den Sinn gekommen und die anderen Wesen … Die anderen Wesen kannte er ja gar nicht richtig. Er hatte sich nie ernsthaft mit ihnen beschäftigt. Stets hatte er seinen Fokus auf die Sonne oder die Erdoberfläche gelenkt. Er war den Vögeln ausgewichen, hatte nie das Gespräch mit den anderen Wolken gesucht, war einzig an den bunten Blumen und Bäumen interessiert gewesen …

Bis er gesehen hatte, dass sie auf dem trockenen Boden nicht gedeihen konnten.

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Fujis Unwissenheit

„Wow“, staunend schwebte Fuji zwischen den Bergen durch, die ihn zu beiden Seiten überragten, „So etwas hätte ich nie erwartet!“

„Du bist nicht viel rumgekommen, oder?“, entgegnete Alpe lachend.

Eigentlich wollte er verneinen, jedoch … Er war am meisten gereist, als er damals Sabine einholen wollte. Damals hatte er kein Interesse für seine Umgebung gehabt. Und davor, in seinem letzten Leben …

Nun. Zu dem Zeitpunkt war die ganze Welt noch eine andere gewesen. Fuji war zwar viel umhergeflogen, allerdings meist nur im Kreis. Es waren immer dieselben Wälder, Flüsse und Täler unter ihm vorbeigezogen. Erst als er mal etwas anderes, als er an die Wüstengrenze erblickt hatte, hatte er sich ergossen.

Für das Leben.

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