Fujis Unwissenheit

„Wow“, staunend schwebte Fuji zwischen den Bergen durch, die ihn zu beiden Seiten überragten, „So etwas hätte ich nie erwartet!“

„Du bist nicht viel rumgekommen, oder?“, entgegnete Alpe lachend.

Eigentlich wollte er verneinen, jedoch … Er war am meisten gereist, als er damals Sabine einholen wollte. Damals hatte er kein Interesse für seine Umgebung gehabt. Und davor, in seinem letzten Leben …

Nun. Zu dem Zeitpunkt war die ganze Welt noch eine andere gewesen. Fuji war zwar viel umhergeflogen, allerdings meist nur im Kreis. Es waren immer dieselben Wälder, Flüsse und Täler unter ihm vorbeigezogen. Erst als er mal etwas anderes, als er an die Wüstengrenze erblickt hatte, hatte er sich ergossen.

Für das Leben.

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Motte

Motte,
So nanntest du mich.
Ein Name, der so vieles verspricht.
Ein Wesen – ganz klitzeklein.
Immer angezogen vom Schein.

Motte,
Sie versteckt sich im Laub
Mit Flügeln voll Staub
Mit Fühlern so zart
Ist sie von anderer Art.

Motte,
Denn was soll ich
Mit Titeln wie kleiner Wicht,
Krümel oder Knutschkugel
Bin ich denn euer Pudel?!

Motte,
Ein einzigartiger Name,
Ich schließe ihn in meine Arme.
Ich nehme ihn an,
Lasse nichts anderes heran.

Motte,
Ich halte fest an dem Klang,
Ich halte fest an dem Gesang.
An dem Gesang vom Licht,
Das so vieles verspricht.

Eine Motte.
Das bin ich.


Winter

Weiß. Flockig. Strahlend.
Die Welt bemalend.
Ein sanftes Kleid,
Der Gelassenheit.
Oder Einsamkeit?

Einst trennte es:
Dich und mich.

Einst nahm es:
Unser Licht.

Denn so hell sie doch sind,
Die Flocken im Wind,
So stahlen sie den Schein,
Ließen uns allein.
Die Nacht brach heran,
Umarmte ein jedermann.
Wog uns in Abgeschiedenheit.
Wog uns in Friedlichkeit.

So wundervoll der Winter erblüht,
So wundervoll ist er bemüht,
Wundervoll zu sein.

Der Frost aber ist eine andere Pein.
Glänzend im Angesicht der Sonne.
Fehlt ihm jegliche Wonne-

Winterkleid.
Winterneid.
Winterzauber.
Winterschauder.
Winterfrost-

Nein.

Nicht alles ist wundervoll.
Manches verlangt seinen Zoll.

Bitte seid vorsichtig. So sehr ich den Schnee und den Winter auch liebe, so gefährlich kann er auch sein.

Zum Mond

Einsam stehe ich hier,
Blicke in endlose Gier,
Rasend wie ein Tier,
Schier!
Ein wütender Stier.

Die endlose Dunkelheit.

Die Arme umschlingen den Leib.
Sie verbieten den Neid.
Sie lassen das kleine Boot ziehen,
Können blind nicht fliehen,
Können nur niederknien.

Erstreckt sich weit und breit.  

Der Mond bekümmert,
Er strahlt zertrümmert,
Er flimmert und wimmert,
Glimmert und Schimmert,
Heller noch
Als das Loch
Hinter mir.

Sie nimmt Geborgenheit.

Denn der Leuchtturm ist kalt,
Er ist düster und alt.
Er knirscht und knarrt
Von altem Verrat.

Wandelt sie hilfsbereit.

Verrat, den das Meer beging,
Als es den Kahn empfing,
Als es mein Urteil verhing.

Bei jeder Gelegenheit.

Und die Glühwürmchen
Aus dem Türmchen
Lockt.

In Einsamkeit.

Nun sind sie im Himmel,
Bedecken ihn mit Gewimmel
Mit diesem Mond,
Der dort oben wohnt.
Der so grell und hell erstrahlt
Und meine Glühwürmchen bemalt.

Das erste Licht

Vor den ersten Strahlen ist die Welt am …
Kältesten,
Dunkelsten,
Fürchterlichsten.

Sie ist …
Rau,
Flau,
Gefangen im Tau.

Durch Glieder in Knochen
In deine Seele gebrochen –
Zerrt sie an dir.

Versucht dich zu halten,
Dich zu erkalten –
Wie ein bestialisches Tier.

Fängt es dich?
So reißt es dich!
Frisst dich?

Gib Acht, du Bestienvieh!
Das Leben, das verwirkst du nie!
Denn schon ist das Licht erblüht.
Glanz um Liebe bemüht.

Erleuchtet es das erfrorene Herz,
Verdrängt den grausamen Schmerz.
Die ersten goldenen Sonnenstrahlen
Mögen es übermalen.

Die Bestie hier!
Die nichts weiter ist,
Als ein süßes Tier.