
Es war einmal eine kleine Wolke. Sie war plötzlich da. Entstand einfach. Wusste nicht woher sie kam oder wohin sie sollte …
„Nun denn“, entschied diese kleine Wolke, als sie die Welt unter sich erblickte, „Ich möchte überall hinfliegen. Ich möchte groß träumen. Und niemand wird mich aufhalten!“
Sobald die kleine Wolke jedoch die Worte gesprochen hatte, erklang eine ältere Stimme. Rau und grummelig hallte sie in den Ohren der Wolke wider.
„Haha. Lieber Jüngling“, bemerkte die Sonne, „Das Leben ist bitter. Träum nicht zu viel – du wirst nur enttäuscht werden. Ziel nicht zu hoch – du wirst eh nur fallen. Versuch am besten nichts – du wirst es sowieso nicht schaffen!“
„Woher willst du das wissen?“, bemerkte die kleine Wolke trotzig, wenngleich sich Zweifel in ihr Herz geschlichen hatten.
„Der, der am höchsten steht,“, entgegnete die Sonne und küsste den Horizont, „fällt am tiefsten.“
Damit war sie verschwunden. Und mit ihr das Licht.
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