Das Schokoei

Auf dem Tisch lag ein Schokoei.
Nun ist es nur noch Plauderei.
Der gold‘ne Müll die Platte ziert.
Das Süße ist pulverisiert.

Zwei Verdächtige sind gefunden.
Sie stehen in sich versunken.
Sie halten die Schultern verrenkt.
Wirken beinahe gekränkt!

„Wer war es?“, frage ich.

Doch keiner spricht.

Beide üben sich in Schweigen,
Lassen sich zu nichts treiben.
Lippen versiegelt, Kopf gesenkt,
Die Wahrheit zwischen ihnen ertränkt!

Verzweifelt tret‘ ich hinaus,
Schreie meine Sorgen raus!
Sammle mich genervt nochmal.
Höre ein Flüstern – so fahl!

Ein Plan wird ausgeheckt.
Ein Plan, der alles versteckt.
Ein Plan aus purem Respekt.
Ein Plan, der mich erschreckt …

So aß jeder ein halbes Ei,
So wünschen sie sich Gerechtigkeit herbei.
So soll keiner allein‘ büßen,
So waren beide verzaubert vom Süßen.

Einer will ihre Idee verantworten.
Einer übernimmt die gierigen Pfoten.

Perplex starre ich die Tür an –
Eingezogen vom Wortebann.
Diese Übeltäter – alle zwei –
Verstehen doch so allerlei.
Sie wünschen sich Frieden, Harmonie!
Und spielen die süßeste Symphonie.

Märchenstunde: Die Eier der weißen Schlange III

Die zweite Miracula erschien binnen einer Stunde. Sie trat auf die Lichtung. Erkundigte sich nach der anderen Miracula. Ein junges Mädchen, das immer noch schlief. Das sich jedoch durch ihre Anwesenheit langsam regte.

„Sol. Was ist los?“, fragte die ältere Miracula fordernd.

So fordernd, wie der versteckte Scute es niemals wagen würde, mit der weißen Schlange zu sprechen. Perplex betrachtete er das Schauspiel aus dem Schatten. Der Rabe, der nur gutmütig lachte. Diese ältere Frau, die ihre Hände in die Hüften stemmte. Die auf den Raben herabblickte.

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Märchenstunde: Die Eier der weißen Schlange II

Scute verließ das Dorf inmitten der Dunkelheit. So gefiel es ihm am besten. So musste er die wenigsten Fragen beantworten und musste sich fast nie mit den Einheimischen streiten, um einen ruhigen Schlafplatz zu ergattern. Auch die Dunkelheit machte ihn kaum zu schaffen. Die weiße Schlange lenkte eh seine Schritte, wenn sie von ihrem Ziel überzeugt war.

Und das derzeitige Ziel war ihr wichtiger als alles andere.

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K: Titelvergabe II

Schwerfällig setzte sich Tarek John in den Sand. Er blickte auf das gewaltige Meer. Fühlte sich so klein. Blickte dann zu Yuki, die noch kleiner war. Zu Maggie, die das Wasser gewiss ganz anders spürte als er. Zu ihrer Auxilius, die ihn mit ihren ernsten Augen auf mehr Abstand besinnen wollte.

Stattdessen schluckte TJ jedoch. Er ahmte die Fingerbewegung nach, mit der die Macian sonst die Winde lenkten, um Stimmen einzufangen. Um ihre Gespräche vor ungewollten Zuhörenden zu schützen.

Nickend kam Maggie der Aufforderung nach.

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Märchenstunde: Das Erbe des Berges II

Zum ersten Mal blieb Domini als Nachfolgekind in einem Dorf. Er gab seinen Status vor den wenigen Leuten des Dorfes bekannt und forderte die beste Unterkunft. Nur so konnte er sicherstellen, dass sich Deitas Vater benahm und dass alle die Launen des Berges ihm zuschoben.

Nicht Nova.

„Wie lange gedenkt Ihr noch zu bleiben?“, fragte Deitas Mutter am nächsten Morgen höflich.

Im Dorf sprach sie höflicher mit ihm, als draußen in den Wäldern oder an den Klippen. Wahrscheinlich versuchte sie, einen gesunden Abstand zu wahren. Und ihre Abmachung zu verbergen, wegen derer sie einst Nova aufnahm.

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