Die Sterne der Nacht

Lehn‘ dich zurück
Und schau hoch hinauf.
Siehst du die Lichter?
Sie sind dort zu Hauf.

Die Sterne –
So winzig klein von hier.

Die Sterne –
Des Himmels wahre Zier.

Sie erleuchten die Nacht.
Strahlen mit all ihrer Pracht.
Haben immer gelacht –
Niemand hat sie im Verdacht.

Im Verdacht, ganz anders zu sein.
Im Verdacht, kaltherzig zu schein’n.
Im Verdacht, unsere Pein zu sein.

Die Himmelslichter der Nacht
Sind keine fröhliche Pracht.
Sie haben uns seit jeher ausgelacht –
Haben nie über uns gewacht.

Dabei sind wir für die Sterne banal.
Nein, wir sind ihnen gar egal.
Wir sind nicht mal eine Wahl!
Wir sind nur unbedeutender Dreck.
Der vor ihren Augen verreckt.
Der sich nicht mal versteckt!

Das haben wir selbst vollbracht.

K: Ich sehe nichts

Das Geschrei hatte sie geweckt.

Verschlafen rollte sich Anja auf die Seite. Sie starrte auf die Wand zum Nebenzimmer. Runzelte die Stirn. Setzte ihre Brille auf. Blickte auf den Wecker. Seufzte.

Diesmal war es noch vor um drei.

Schlaftrunken schob sie sich aus dem Bett und schmiss sich eine dünne Jacke über. Ihr Zimmer war eiskalt. Kein Wunder. Die undichten Fenster und alten Heizkörper konnten schon ab September nachts keine ordentliche Temperatur mehr halten. Und mittlerweile kündigte sich Halloween an. Die Zeit der Geister, Gespenster und ruhelosen Seelen.

Weiterlesen