Timothy – Das Leben nach dem Tod

1828 war ein verregnetes Jahr. Stets trommelte das Wasser gegen unser Dach. Es war ein unentwegtes Poltern. Rissel, rissel, poch, poch, poch!

Ich mochte es nicht.

Damals saß ich viel in meinem Zimmer. Ich sollte lernen. Ich sollte einmal Ruhm für unsere Familie ernten. Ich sollte erfolgreich werden und alle Konkurrenten in den Schatten stellen.

Ich sollte so vieles tun …

Aber nichts davon wollte ich tun.

Seitdem ich denken konnte, war mein Leben durchgeplant. Jeder Schritt, jedes Wort, jedes Husten wurden dokumentiert. Ich wurde daheim unterrichtet. Fünf Sprachen musste ich lernen. Das war der Standard unserer Familie: Förderung von klein auf. Meine ältere Schwester erfüllte die Erwartungen unseres hohen Vaters perfekt. Und ich sollte ihr in nichts nachstehen!

Sollte …

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M: Mit Euphorie das Leben begrüßen

„Immer schön ruhig bleiben, ja? Nicht schreien. Nicht umhertollen. Ihr wollt eure Mom doch nicht stressen, oder?“

Bestätigend riss Sophie ihren Kopf hoch und runter. Die Reaktion ihres Zwillings hingegen fiel stockender aus. Marie hatte einfach einen zu schlechten Tag gehabt. Außerdem schien ihre Schwester noch mit den gestrigen Neuigkeiten zu kämpfen. Immerhin hatte ihr Vater da nur nebensächlich von der schwierigen Geburt ihres Brüderchens berichtet. Er hatte jegliche Probleme und medizinischen Eingriffe freudig erläutert, hatte jede noch so problematische Aktion der Ärzte unbeeindruckt wiedergegeben-

-und war dabei kein einziges Mal auf Maries Ängste eingegangen.

„Werden Mama und Tyler lange hierbleiben?“

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