Fujis Reise

„Flieg mir aus den Augen, Nervbold! Aber flieg der Kälte entgegen. Dann kommst du an den Ort des ewigen Tages … oder der ewigen Nacht. Alle halbe Jahre wechseln die Gezeiten. Für deine Zwecke sollten sie jedoch genügen.“

Die Worte klangen noch immer durch Fujis Kopf. Sie irritierten ihn. Der Kälte entgegenfliegen? Er glaubte zu verstehen, was sie damit meinte, nur … Was meinte sie mit dem ewigen Tag? Oder der ewigen Nacht?

Nachdenklich wandte er sich nach Norden und machte er sich auf den Weg. Er beobachtete derweilen, wie Sabine ihren Weg über den Himmel fortsetzte. Wie sie so vor sich hin lachte …

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Minki und der Nachbar

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Wieso gingen sie nicht wieder nach Hause?!

Jaulend schmiegte sich Minki an das Bein seines Retters. Er wollte hier weg! Er wollte zurück in die richtige Wohnung. Oder in dieses Paradies von einem Garten! Er wollte nicht hierbleiben. Nein.

Hier war alles komisch.

Die eckigen Schränke und Polster rochen zwar so vertraut, doch da hörte es schon auf. Sie waren alle anders angeordnet. Die Zimmer bildeten keinen Kreis mehr, durch den er hindurch hetzen konnte. Alles war kleiner. Enger. Geräumiger.

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Fujis Sabine

„Hallo, Sabine!“, grüßte Fuji die Sonne, als die ersten Strahlen nach einer weiteren Nacht über den Horizont krochen, „Wie geht es dir?“

„Huch! Hallo! Hallo! Hallo, oh schöne Welt!”, sang sie begeistert, ohne ihn zu erblicken, „Hallo! Oh! Schaut mal, wie hoch ich steigen kann! Schaut her! Schaut her!“

„Ja, das machst du toll, Sabine“, bestätigte er ihre Euphorie.

„Ich kann sogar- Moment. Sprichst du mit mir?“

Endlich senkte sich ihr Blick auf ihn und die kleine Wolke lächelte sie freundlich an.

„Natürlich, meine Freundin. Wie geht es dir, Sabine?“

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M: Aller Abschied ist schwer

„Jane … Bist du dir wirklich sicher?“, fragte Lisa leise und drückte dabei ihre Hand.

Die Jade erwiderte die Geste ohne zu ihrer Freundin zu sehen. Stattdessen galt ihr Blick den Straßen vor dem Café. Der graue November hatte die Stadt bereits in seine kühlen Klauen geschlossen und ihr Aufpasser vom Dienst fröstelte draußen im kühlen Wind. Doch störte sie das weniger. Er war einer der masochistischeren Mistkerle, die sie immerzu nervten. Und so einen wollte sie kaum bei sich wissen, wenn sie sich mit der einzigen Person unterhielt, der sie wahrhaftig alles anvertrauen konnte.

Seufzend wandte Jane sich ab. Sie sah zu dem Jungen herüber, den sie doch hätte bepaten sollen. Dieser kleine Charmeur mit den klaren blauen Augen, die er definitiv von seinem Vater geerbt hatte. Die noch nicht so kalt wirkten, wie die des Älteren. Die ihre Welt neugierig erkundeten. Die den Keks musterten, den sich der Zweijährige vorsichtig in den Mund schob. Irritiert knabberte er daran herum, legte den Kopf schief.

„Mortes wird dich fragen, wo ich hin bin. Er wird vermuten, dass du etwas weißt“, erklärte sie Lisa, die nur genervt die Augenbrauen hochzog.

„Wenn ich es nicht wüsste, würde ich ihm die Jungs aufdrücken und dich sofort suchen kommen.“

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