Das Schokoei

Auf dem Tisch lag ein Schokoei.
Nun ist es nur noch Plauderei.
Der gold‘ne Müll die Platte ziert.
Das Süße ist pulverisiert.

Zwei Verdächtige sind gefunden.
Sie stehen in sich versunken.
Sie halten die Schultern verrenkt.
Wirken beinahe gekränkt!

„Wer war es?“, frage ich.

Doch keiner spricht.

Beide üben sich in Schweigen,
Lassen sich zu nichts treiben.
Lippen versiegelt, Kopf gesenkt,
Die Wahrheit zwischen ihnen ertränkt!

Verzweifelt tret‘ ich hinaus,
Schreie meine Sorgen raus!
Sammle mich genervt nochmal.
Höre ein Flüstern – so fahl!

Ein Plan wird ausgeheckt.
Ein Plan, der alles versteckt.
Ein Plan aus purem Respekt.
Ein Plan, der mich erschreckt …

So aß jeder ein halbes Ei,
So wünschen sie sich Gerechtigkeit herbei.
So soll keiner allein‘ büßen,
So waren beide verzaubert vom Süßen.

Einer will ihre Idee verantworten.
Einer übernimmt die gierigen Pfoten.

Perplex starre ich die Tür an –
Eingezogen vom Wortebann.
Diese Übeltäter – alle zwei –
Verstehen doch so allerlei.
Sie wünschen sich Frieden, Harmonie!
Und spielen die süßeste Symphonie.

M: Erwischt!

Jane ließ den Stift gedankenverloren über das Papier schweben. Erschöpft überflog sie die nächsten Aufgaben. Übungen, wie sie auch George neben ihr lösen musste, während seine jüngeren Geschwister auf dem Teppich spielten oder sich an einigen aktiveren Projekten versuchten.

Wie Jane die Kinder doch beneidete …

Und wie sehr sie doch ihre Schwester beneidete! Immerhin ging diese nun auf eine richtige Schule. Mit Mitschülern in ihrem Alter. Sie lernte das, was man auf der Straße als normal bezeichnete. Mathe. Sprachen. Naturwissenschaften. Sport. Kunst.

Ganz anders als hier.

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