Des Traumes Feder

Werden Augen geschlossen,
Werden Träume gegossen,
Wird die Tinte vergossen,
Die Feder, sie schreibt.

Das Luft ist Papier,
Die Farbe ist Zier,
Der Zauber ist hier,
Die Feder, sie springt.

Gemalt werden Berge,
Gemalt werden Wälder,
Gemalt werden Täler,
Die Feder, sie tanzt!

Erzählt werden Märchen,
Von verzauberten Pärchen,
Von hungrigen Bärchen!
Die Feder, sie bibbert …

Gruselig wird’s dabei auch,
Das ist ein fester Brauch.
Aber da folgt der Rauch!
Die Feder, sie jauchzt!

Der Horror ist verborgen,
Sie muss sich nicht mehr sorgen,
Freut sich auf den Morgen …
Die Feder, sie seufzt.

Die Tinte ist leer,
Das Ende muss her.
Es fällt ihr schwer-

Doch die Feder, sie fällt
Und der Traum zerfällt.

M: Die Dinos

Philip wusste nicht mehr, wann die Tradition in ihrer Familie Fuß gefasst hatte. Sie war irgendwie schon immer Teil seines Lebens gewesen. Seit er gar denken konnte! Nur dafür verabschiedete er sich jeden Abend von seinen Plastikdinos und wünschte ihnen eine erfolgreiche Nacht. Anschließend holte er sich seine Gute-Nacht-Küsse ab und eilte ins Bett, damit die Dinos ihre eigenen Abenteuer erleben konnten.

Mittlerweile wusste Philip, dass die Spielzeuge nachts nicht lebendig wurden. Er wusste, dass sein Dad die Spielzeuge jeden Abend neu platzierte. Er wusste, dass sein Papa manchmal ganze Kulissen aufbaute. Er wusste, dass all die Reisen seiner kleinen Dinos nur Märchen waren. Fantasievolle Geschichten, die nichts mit der Realität gemein hatten. Er wusste es, seitdem er in die Schule ging. Seitdem er dort von den Wichtelmännern und Osterhasen gehört hatte. Das hatte ihm die Augen geöffnet.

Dennoch hatte er sich weiterhin jeden Morgen auf ihre Tradition gefreut.

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Veröffentlichung: Die Zuflucht im Leuchtturm

Und da ich mich auch gar nicht (Sarkasmus) vor dem Lernen meiner (hoffentlich!!!) letzten Klausur drücke, habe ich ein Buch für den Young Storyteller Award 2023 hochgeladen. Tada!

© David Boca

Hierbei handelt es sich um eine Veröffentlichung der Mottengedichte, die vor dem Meer in den Leuchtturm flieht. Ich musste sie für die Veröffentlichung zusammenführen/kürzen, um den Richtlinien der Ausschreibung gerecht zu werden. Dennoch blieb der Kern beständig.

Genauso wie der Abschied, mit dem die Motte sich der Realität stellen muss.

Nun gut: Ihr könnt das Buch wie gewohnt über Amazon oder die Autorenwelt beziehen. Vielleicht werde ich auch ein Buchtrailer dazu erstellen. Seitdem Twitter dieses komische X hat, war ich nicht mehr auf der Seite und überlege noch, mich stattdessen mehr auf Instagram/YouTube zu zeigen. Mal schauen.

Medra

M: Im Rotwein

Sophie blickte ungerührt auf den Fernseher. Marie hatte sich den Film ausgesucht. Es war so ein gezeichneter Familienfilm. Irgendein Märchen, in dem sich am Ende alle in die Arme fielen und glücklich bis an ihr Lebensende sein würden. Zuvor musste der Prinz im roten Umhang jedoch seine Geliebte retten. Er würde den riesigen Drachen mit den drei Feen bekämpfen und ihn bezwingen, um sein Traummädchen zu befreien.

Marie klammerte sich an Sophies Arm, als der Held sein Schwert ergriff.

„Ich habe Angst“, flüsterte sie ihr zu.

Automatisch schloss sie ihre Zwillingsschwester in die Arme. Sie drückte Marie leicht an sich. Doch konnte sie sich nicht ganz auf die andere konzentrieren. Ihre Ohren lauschten zu sehr in Richtung Küche.

Das Gespräch war interessanter als dieser langweilige Film.

„Könnten sie sich nicht geirrt haben?“

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Weg vom Fernseher

Krisselbild und Rauschen,
Begrüßt mich daheim.

Krisselbild und Rauschen,
Lässt mich nimmer allein.

Die Tage des alten Fernsehers
Sind schon lange gezählt.

Die Tage des alten Fernsehers
Wurden nicht bewusst gewählt.

Vater kam rein und knipste ihn an.
Mutter kam rein und war als nächste dran.
Dann folgte die ganze Schar –
Selbst das Urgroßmütterchen war da!

Sie alle knipsten und zappten und tippten
Sie diskutierten und stritten:

Was sollte es diesmal sein?
Romanze? Tragödie?
Sitcom? Oder Komödie?

Ach, lasst mich damit doch allein!
Lasst mich alle in Ruh!
Ich schlag die Türen zu!

Neben mir liegt mein Schatz,
Direkt auf meinem Lieblingsplatz.
Daneben eine kuschlige Decke,
Meine Wasserflasche in der Ecke.
Ein paar Nüsse aus der Dose,
Dessen Deckel, der ist lose.

Seufzend rolle ich mich ein,
Ein flackernder Schein,
Dringt durch Ritzen herein.

Ich blende die Stimmen aus.
Ich blende das Rauschen aus.
Ich sperre die Realität aus!

Fortan gibt es nur mein Buch und mich.
Eine Geschichte, wie geschaffen …

… auch für dich.