Timothy – Versehentliche Übernahme

Alexander kam nur vier Tage später im Hof an. Er war mit dem Pferd bis kurz vor das Tor geritten. Den restlichen Weg hatte er jedoch zu Fuß beschritten. In Andenken an die verunglückte Elisabeth, wie er vor Maria und deren Vater kundtat.

Denn erstmalig hatte der Mann wieder die Gegenwart seiner Tochter geduldet.

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B: Die stillen Worte II

Es war nach neun Uhr abends, als Lilith endlich nach Hause kam. Oliver hatte sie noch bis zum Tor gebracht. Er hatte darauf bestanden. Falls ihr Ziehvater wieder schimpfen würde, da sie zu spät käme. Doch hätte sie sich nicht sorgen müssen:

Das Haus war leer.

Nachdenklich ging Lilith auf ihr Zimmer und stellte ihre Tasche ab. Dann schleppte sie sich ins Bad, um sich etwas Wasser ins Gesicht zu werfen. Still starrte sie auf ihr Spiegelbild. Auf diese müden Züge, die so alt und jung zugleich auf sie wirkten.

„Ich bin ich und bin es doch nicht“, sie seufzte, „Macht voll Sinn, oder?“

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B: Liane und Lilith

Gedankenverloren beobachtete sie ihren Lehrer. Es ging um Mathematik. Funktionen und Schnittpunkte. Themen, die nur bedingt ihre Aufmerksamkeit halten konnten. Dennoch schrieb sie artig das Tafelbild ab und tat so, als würde sie sich auf ihre Aufgaben konzentrieren.

„-ne? Liane?“

„Ja?“, sie unterdrückte den Drang ihn zu korrigieren und sich Lilith zu nennen.

„Kannst du deine Lösung für 3b mit uns teilen?“, fragte der Lehrer genervt.

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Märchenstunde: Das Königreich der Hexen I

Nia Birch beobachtete den verschlungenen Pfad am Waldrunter unter ihr. Er war ausgetreten. Beengend für die Nacktaffen des nächsten Dorfes. Zu breit für die Miracula, wie sie eine war. Und er befand sich fast fünf Körperlängen unter ihr. Hier hielt sie Wache. Sie hielt Ausschau nach den Biestern der Nacktaffen. Nach diesen Soldaten, die der König in die Wälder schickte. Diese Rüstungsträger, die Nia und ihre Familie stets ins Verderben stoßen wollten. Die immer nur kamen, um ihrer eins auszulöschen. Die immerzu ihren Tod wollten …

Und die immerzu dem Tod vorgestellt wurden.

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B: Der alte Babybruder

„Bist du dir wirklich sicher?“, fragte Oliver leise. 

Liane nickte. Sie hatte sich noch nie so sicher bei etwas gefühlt. Und vor allem aufgeregt! Vielleicht war es doch ganz gut gewesen, dass Olivers Vater sie gefahren hatte. Ihre Gedanken waren immer noch so wirr, dass sie kaum klar denken konnte. Wie hätte sie ihre Umstiege mit dem Bus einhalten sollen? Wie sich nicht verlaufen? Denn immerzu hatten sich die Artikel über die Bachfamilie in ihre Gedanken geschlichen. Sie hatten vergessene Bilder in ihrem Kopf zum Leben erweckt. Bilder, die sich realer anfühlten als ihr Freund Oliver, der die ganze Zeit an ihrer Seite blieb und ihre Hand hielt.

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