Abschiedsworte

Du schriebst,
Mit Tränen in den Augen ist man blind.
Du schriebst,
Man sieht die Dinge nicht, wie sie sind.

Du schriebst es so flüssig, so eigen,
Die Worte klangen, wie die deinen,
Wie ein weit entferntes Licht
Und waren es doch nicht …

Du hattest ihnen im Radio gelauscht,
Sie hatten Dich dort so berauscht,
Du hast sie daher aufgebauscht –

Eilig notiert.

Du hattest sie uns hinterlassen,
Hast sie versteckt gelassen,
Bis wir sie nun umfassen –

Ein stiller Abschied.

Hier und da sind Lücken,
Das sind die Gedächtnis-tücken,
Deine alten Krücken –

Ein Stück von Dir.

Denn ja, die Sterne strahlen noch bei Nacht,
Und alles, was mich heute traurig macht,
Wird hoffentlich vergehen …

Aber wird es wie ein Traum sein?

Wie soll ein bittersüßer Traum vergehen?
Ich möchte Dich doch in meinem Herzen sehen!
Ich möchte Dich immer bei mir tragen.
Ich möchte Dich niemals vergraben!

Diese Tränen schmerzen nicht.
Diese Tränen erinnern sich.
Diese Tränen lieben Dich …

Gern schaue ich nach vorn,
Aber bitte, lieber Leuchtturm,
Erwarte kein Adieu.

Mit Andeutungen auf das Lied „Mit Tränen in den Augen ist man blind“ von Julio Iglesias.

K: Ein Teller voll Traditionen

„Du musst mit ihr reden!“, verlangte Casper, noch ehe er in der Küche preschte.

„Warum diesmal?“, fragte Janice, während sie die letzten Zutaten in den Tomatensalat warf.

„Deine Schwester hat schon wieder Essen auf die Terrasse gestellt! Das lockt wilde Tiere an!“, aufgebracht trommelte ihr Mann auf dem Tisch herum.

„Es ist Tradition, dass-“

„Tradition dies, Tradition das. Das ist doch alles nur Unfug!“

Janice sah auf. In diese harten Augen, die eh alles nur für dummen Aberglauben abtun würden. Er würde ihr nicht zuhören. Nicht hierbei. Dafür war er zu stur. Genauso wie ihr Vater einst.

Genauso wie ihre Nichte nun …

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