M: Über die Familie

Lucifer atmete tief ein. Dann aus. Sachte rollte er seine Schultern nach hinten.

Noch immer konnte er die Wunde auf seinem Rücken spüren. Sie brannte. Jedoch war kein Gift dafür verantwortlich. Eher der Verrat, der ihn pochend verfolgte. Der ihn mit seinen Krallen in der Nacht heimsuchte. Der seine Messer nach ihm-

Wie hatte er ihr nur vertrauen können?!

„Und ihr seid heute Abend zurück?“, fragte der Junge gerade die Polizistin. Sue. Oder Lydia. Was wusste Lucifer schon. Sie war unwichtig. Der Bengel war unwich-

Nein.

Lucifer atmete nochmal durch.

Der Junge war nicht unwichtig. Er war Angelines Bruder. Er kümmerte sich um das Baby. Um seinen Neffen. Er blieb zurück, während der Rest auszog, um Michael zu retten. Dieser Junge gehörte zu seiner Familie. Er …

Er ähnelte Michael.

Weiterlesen

M: Nebeneffekt

So war das nicht geplant gewesen.

Überrascht beobachtete Dr. Devison II das Heben und Senken des Brustkorbs vor ihm. Er schwebte zwischen Begeisterung und Schrecken. Eine zittrige Vermischung von Gefühlen. Alle ausgelöst von dem eigenartigen medizinischen Zustand seiner Patientin.

Sie hing regelrecht am Leben.

Erst letzte Woche war ihm die junge Dame als unfreiwillige Freiwillige für seine Forschungen überlassen worden. Er sollte eine Droge an ihr testen. Ein letzter klinischer Versuch, ehe er das Mittel für Niklas freigeben konnte. Also hatte er ihr absichtlich eine dreifache Überdosis verabreicht. Dadurch hätte ihr Kreislauf eigentlich kollabieren sollen. Vor allem bei dem Flüssigkeitsverlust! Sie hatte so viel geschwitzt, dass sich eine riesige Pfütze unter ihr gebildet hatte. Darin konnte der Arzt die Spiegelung des Stahltisches und der Ketten erkennen, die sie hielten. Er müsste sich später Judith zum Putzen holen …

Seine Augen wanderten wieder zu seiner Patientin zurück. Wild flatterten ihre Augenlider hin und her. Ihre Finger zuckten. Gelegentlich spannten sich ihre Beine an. Und ihr Herz …

Weiterlesen