B: Mutter, Vater, Kind und Traum

Lianes Vater blieb schweigsam, bis sie im Auto saßen. Er hatte nur ein paar Worte zur Verabschiedung gemurmelt. Für mehr hatte er zu müde gewirkt. Zu ausgelaugt. Zu angespannt.

So ähnlich wie Mr. Brume, wenn sie so darüber nachdachte.

„Ist alles in Ordnung?“, fragte Liane, als das Auto auf die Straße bog.

„Huh?“

„Mit dir und … Hast du dich mit deinem Kollegen gestritten? Ihr wirktet beide so … schroff?“, erkundigte sie sich weiter, „Oder ist es, weil ich bei Oliver war? Ich wollte nicht-“

„Du kannst nichts dafür“, unterbrach er sie, „Es ist nur ein kleines Missverständnis. Nichts weiter. Ja?“

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K: Aus dem Sturm

„Ernsthaft, Flo?“, murmelte Paul ungehört, als er die Actionfigur seines Stiefbruders auflas.

Sie war nicht der einzige Gegenstand, den der Jüngere im Rasen liegen gelassen hatte. Daneben lagen ein verrostetes Fahrrad, eine offene Tüte Gummitiere und ein Fußball. Und noch ein Stück weiter konnte Paul eine Decke mit einem Buch erkennen. Moment. War das Flos verschollenes Englischbuch?!

„Ich werd‘ nicht mehr …“, kopfschüttelnd schaute er in den verhangenen Himmel. Würde sein kleiner Stiefbruder je allein in der Welt zurecht kommen?

Ein Regentropfen landete auf seiner Wange.

„Hilft doch alles nichts“, seufzend sammelte er das Schulbuch und die Fressalien auf. Am liebsten hätte er die Figur wieder auf den Boden geworfen. Um Flo eine Lektion zu erteilen. Als er jedoch das abgewetzte Gesicht erkannte, hielt er inne.

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