K: Ein Stück vom Geburtstagskuchen

Maggie zwang sich ein Lächeln ins Gesicht, als Paul bei seiner Pointe ankam. Sie nickte ihm zu. Erkundigte sich, wie es mit den Eskapaden seines Kunden weiterging. Wie ihr Stiefbruder immer so ruhig bleiben konnte.

Beschämt schüttelte dieser den Kopf: „Musste ich zum Glück nicht. Mein Chef hat den Saufbold auseinandergenommen, weil er ein paar Gläser Gewürzgurken runtergeworfen hatte. Der Alte hat wie ein Matrose geschimpft, sag ich dir!“

Maggie nickte sachte. Sein Tonfall hatte sich verändert. Generell kam es ihr so vor, als ob sich ihr Stiefbruder jedes Jahr ein bisschen mehr veränderte – als ob er sich von ihr entfernte!

Sie hasste es.

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K: Heilwasser und Gift

Maggie lauschte den Worten des Lehrers uninteressiert. Es ging um irgendeine Epoche aus dem Mittelalter, die von Düsternis geprägt war. Krankheiten zogen damals durchs Land. Man hielt die meisten Frauen für Hexen. Zauberei war ein Teufelswerk.

Nachdenklich blätterte sie durch das Lehrbuch.

Mach es zu! Ich mag die Horrorbilder nicht!, meldete sich Alice und eilig schloss Maggie das Buch wieder.

Entschuldige, entgegnete sie ihrer anderen Seele, Ich habe nicht nachgedacht.

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K: Am Shanai II

„Ist … sie …“, hörte Tristen Steffen seine Mutter fragen.

Weiter kam sie nicht. Sie wagte es nicht den Tod auszusprechen. Das durfte sie nicht. Nicht als Floris. Aber als Mutter brauchte sie Gewissheit. Sie sorgte sich um ihre Tochter. Genauso, wie er sich um seine Schwester-

Sie lebt! Beeil dich endlich, Tristen! Sie lebt!

Die Worte ließen ihn erstarren. Wie sollte das möglich sein? Ihre Lippen … Sie waren so blau. So-

„Ich fürchte, ich kann nichts mehr tun“, entgegnete der Wassergeneral gepeinigt, „Ich bekomme das Wasser nicht-“

„Lügt nicht!“, schrie Tristen, als er die Starre überwand. Er sprang über das Loch – zu ungeduldig, um herum zu laufen. Für einen Moment gab der Boden unter ihm nach. Er glaubte, zu fallen!

Dann zog Julian ihn zu sich heran.

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Veröffentlichung von Kriegsheim: Nagende Schuldgefühle sowie Buchtrailer

Mit einiger Verspätung (mal wieder) möchte ich die Veröffentlichung meines zweiten Kriegsheimbandes mit Euch feiern! C:

©Medra Yawa

Auch diesmal ist auf dem Cover eine Tür abgebildet. Da Alice jedoch nicht so verschlossen wie Valerie aus dem ersten Band ist, kann man hier sogar ihre Umrisse erahnen. Dabei ist sie von ihren Erinnerungen noch so aufgewühlt, dass sich der Nebel kaum lichtet.

Denn das Wort »Monster« will ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Buchtrailer

Passend zu meinen Kriegsheimbüchern gibt es diesmal auch je einen Buchtrailer! Mein Mann hat mich mit den beiden Videos überrascht und ich bin immer noch mega begeistert. C:

Aber schaut selbst!

Buchtrailer zu Kriegsheim: Die verdrängte Verantwortung, ©Sebastian Flick
Buchtrailer zu Kriegsheim: Nagende Schuldgefühle, ©Sebastian Flick

Medra

K: Verborgene Augen

Mit geschlossenen Augen saß Borei unter der Treppe und lauschte den hastigen Schritten. Die Waisen waren alle so unbedacht, so sorglos geworden. Erst hatte er es befremdlich gefunden. Doch nun? Mittlerweile hatte er ihre Naivität zu schätzen gelernt. Sie beruhigte ihn.

„Du sagst, sie kommt nächste Woche wieder. Fieber“, hörte er die Betreuerin den Nachzügler belehren.

„Ist gut. Aber du richtest ihr eine gute Besserung von mir aus, ja?“

„Ja, doch“, sie klang genervt, „Na los! Du kommst sonst wieder zu spät, Nik!“

Damit hetzten die letzten Schritte an seinem Versteck vorbei.

„Sie ist aber sonst nicht krank …“

Wäre Borei ein Mensch gewesen, hätte er Niklas‘ kindliches Meckern nicht vernommen. So konnte er sich jedoch über die kindliche Stimme amüsieren. Er selbst kannte den Waisen, seitdem dieser vor ihrer Tür abgelegt worden war. Damals hatte er geholfen, die Windeln zu wechseln, ihn zum Laufen zu animieren und so unendlich viele Karotten püriert, bis ihm davon schlecht war. Er wusste, dass der Junge stets erwachsen sein wollte. Er wusste, warum er wie verrückt lernte.

Und er wusste, dass er diesen kindlichen Tonfall nicht mehr oft hören würde.

„Bist du da, Borei?“, fragte eine andere Stimme in den Flur.

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