„Geht es dir wirklich gut, Liebling?“, fragte der Vater seine Tochter noch einmal besorgt.
Das kleine Mädchen lächelte unbekümmert.
„’Türlich, Papa! Du kannst die Tür heute Nacht ruhig wieder zu machen“, freudig kuschelte sie sich in ihr Kopfkissen und der ältere Mann wagte einen flüchtigen Blick auf den winzigen Tisch im Kinderzimmer seiner Tochter.
Er starrte auf die Zeichnungen. Auf diesen Dämon, den das Mädchen immer wieder zeichnete. Von dem sie behauptete, dass er sie nachts besuchen käme. Das Wesen, das ihr versprochen hätte, sie zu beschützen. Sie in Sicherheit zu bringen …
Er schluckte unsicher. Seine Frau hatte es als Einbildung abgetan. Als einen imaginären Freund. Aber wenn dem so war … warum sollte dieser seiner kleinen Tochter anbieten, sie in Sicherheit zu bringen? Fühlte sie sich hier etwa nicht wohl?
Minki hatte einen ganzen Tag gewartet, ehe er sein Versteck verlassen hatte. Von da an war er vorsichtiger geworden. Er vermied es nun, anderen Flatterviechern zu begegnen. Er sah stets zum Himmel auf. Bedachte ihn argwöhnisch. Peilte immer erst die Lage ab.
Obwohl er die Gärten und Natur wieder
zu genießen gelernt hatte, so wollte er nie wieder der Gejagte sein. Es war
eine Erfahrung, die er nicht wiederholen musste. Stattdessen wollte er dieses
Paradies mit all seinen Wundern genießen. Er wollte im Schatten der Bäume schnurren.
Er wollte sich in der Sonne aalen. Er wollte frei sein!
Frei von seinen Ängsten.
Frei von den Zweibeinern.
Frei in der Idylle, die ihn so bereitwillig empfing!
Begonnen vor über zwei Jahrzehnten, Flogen Buchstaben über die Seiten, Skizzierten auf wundersame Weisen, Durchbohrten mit valyrischem Eisen, Ein Erstreben, Westeros‘ einzig Lohn- Verstrickten sich in den eisernen Thron.
So verbündeten die Häuser sich schnell, So zerbrachen Freundschaften im Duell. Stark, Tully, Targaryen, Martell, Lannister, Baratheon, Tyrell, Arryn, Frey, Bolton sowie Mormont- Kämpften für einen einzigen Grund.
Sie alle wollten an die Spitze, Machten darüber keine Witze, Belauschten Konkurrenten am Hof, Rissen Kinder aus der Mutter Schoß.
Könige starben wie die Fliegen. Feuer und Blut begann zu siegen. Die Schulden wurden eingenommen. Und der Winter vermag zu kommen.
Drum mussten die Häuser wählen. Drum mussten die Häuser zählen. Jede einzelne Seele müsse helfen, Und so zerbarsten mancher Manns Welten.
Ob alte Götter oder neue, Ob Verrat oder Treue, Wurden Hochzeiten ausgerichtet, Über Tote hämisch berichtet.
So schied der Glauben dahin, Der Fremde bekam einen anderen Sinn, Die Nachtwache wurde vergessen, Die Wildlinge flüchteten wie besessen.
Eine Geschichte, die nun bald endet, Die Leser und Zuschauer verändert- Über Zauberei, Betrug, Sklaven und Drachen Oder ewig über eine Mauer zu wachen, Erzählt sie von tragischen Leben Und wie sie viel zu schnell vergehen.
Es ist ein Lied von Eis und Feuer.
Ein kleiner Tribut zum Auftakt der letzten Staffel – auch wenn dieser eigentlich bereits gestern war.
Danke, George RR Martin und HBO, dass ihr eine so klasse Serie produziert habt. Ich kann das Ende kaum erwarten und verweise natürlich bei allen eingebauten Zitaten auf die Originalwerke. (TV-Serie: Game of Thrones; Buchserie: Das Lied von Eis und Feuer)