Kälte

Wärme ist sanft, ist schützend.
Sie gibt Leben, gibt Streben.
Gar viele würden sie nützen –
Existieren nur mit ihren Stützen.

Die Sonne spendet Kraft.
Mit teilender Weile
Senden ihre Strahlen Macht –
Eine einzige Pracht!

Anders ist ihr Gegenpart
Von vollkommen anderer Art.
Wie der Mond über den Himmel scharrt,
Auf schwankender Fahrt.

Denn sein Licht ist gestohlen.
Die Rückseite verdorben.
Das Herz erfroren.
Seine Kälte ermordend.

So mögen zwar Wunder heilen,
Doch wird dieses Licht im Dunkeln verweilen.
Für die Kälte fordert einen Mord,
Sie fordert den eisigen Tod.

B: Monster oder Beschützer?

„Geht es dir wirklich gut, Liebling?“, fragte der Vater seine Tochter noch einmal besorgt.

Das kleine Mädchen lächelte unbekümmert.

„’Türlich, Papa! Du kannst die Tür heute Nacht ruhig wieder zu machen“, freudig kuschelte sie sich in ihr Kopfkissen und der ältere Mann wagte einen flüchtigen Blick auf den winzigen Tisch im Kinderzimmer seiner Tochter.

Er starrte auf die Zeichnungen. Auf diesen Dämon, den das Mädchen immer wieder zeichnete. Von dem sie behauptete, dass er sie nachts besuchen käme. Das Wesen, das ihr versprochen hätte, sie zu beschützen. Sie in Sicherheit zu bringen …

Er schluckte unsicher. Seine Frau hatte es als Einbildung abgetan. Als einen imaginären Freund. Aber wenn dem so war … warum sollte dieser seiner kleinen Tochter anbieten, sie in Sicherheit zu bringen? Fühlte sie sich hier etwa nicht wohl?

Warum?

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Minki und die warmen Tage III

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Minki hatte einen ganzen Tag gewartet, ehe er sein Versteck verlassen hatte. Von da an war er vorsichtiger geworden. Er vermied es nun, anderen Flatterviechern zu begegnen. Er sah stets zum Himmel auf. Bedachte ihn argwöhnisch. Peilte immer erst die Lage ab.

Obwohl er die Gärten und Natur wieder zu genießen gelernt hatte, so wollte er nie wieder der Gejagte sein. Es war eine Erfahrung, die er nicht wiederholen musste. Stattdessen wollte er dieses Paradies mit all seinen Wundern genießen. Er wollte im Schatten der Bäume schnurren. Er wollte sich in der Sonne aalen. Er wollte frei sein!

Frei von seinen Ängsten.

Frei von den Zweibeinern.

Frei in der Idylle, die ihn so bereitwillig empfing!

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AdHdEk: Prolog – Alles und Nichts

Als der Himmel die Erde küsste, regierte Zwielicht die Welt. Zwielicht, das weder dem einen noch dem anderen gehörte.

Es war hell und klar und …

… auch wieder nicht.

Es war kalt.

Und es war warm.

Es war da.

Und es war fort …

Es war ein ewiger Kampf. Ein ewiges Gefecht. Etwas, das wie das eine erschien und das andere offenbarte.

So wurde aus Nichts Alles.

Und aus Allem Nichts.

So ward das Eine Alles.

Und so ward das Eine Nichts.

So ward alles Andere Alles.

Und so ward alles Andere Nichts.

In diesen Gegensätzen erblickten sie das Licht der Welt.

Leben und Tod.


Mal ein kurzer Auszug aus meinem NaNoWriMo Projekt von 2018, „Als der Himmel die Erde küsste“.

Game of Thrones Tribut

Begonnen vor über zwei Jahrzehnten,
Flogen Buchstaben über die Seiten,
Skizzierten auf wundersame Weisen,
Durchbohrten mit valyrischem Eisen,
Ein Erstreben, Westeros‘ einzig Lohn-
Verstrickten sich in den eisernen Thron.

So verbündeten die Häuser sich schnell,
So zerbrachen Freundschaften im Duell.
Stark, Tully, Targaryen, Martell,
Lannister, Baratheon, Tyrell,
Arryn, Frey, Bolton sowie Mormont-
Kämpften für einen einzigen Grund.

Sie alle wollten an die Spitze,
Machten darüber keine Witze,
Belauschten Konkurrenten am Hof,
Rissen Kinder aus der Mutter Schoß.

Könige starben wie die Fliegen.
Feuer und Blut begann zu siegen.
Die Schulden wurden eingenommen.
Und der Winter vermag zu kommen.

Drum mussten die Häuser wählen.
Drum mussten die Häuser zählen.
Jede einzelne Seele müsse helfen,
Und so zerbarsten mancher Manns Welten.

Ob alte Götter oder neue,
Ob Verrat oder Treue,
Wurden Hochzeiten ausgerichtet,
Über Tote hämisch berichtet.

So schied der Glauben dahin,
Der Fremde bekam einen anderen Sinn,
Die Nachtwache wurde vergessen,
Die Wildlinge flüchteten wie besessen.

Eine Geschichte, die nun bald endet,
Die Leser und Zuschauer verändert-
Über Zauberei, Betrug, Sklaven und Drachen
Oder ewig über eine Mauer zu wachen,
Erzählt sie von tragischen Leben
Und wie sie viel zu schnell vergehen.

Es ist ein Lied von Eis und Feuer.


Ein kleiner Tribut zum Auftakt der letzten Staffel –
auch wenn dieser eigentlich bereits gestern war.


Danke, George RR Martin und HBO, dass ihr eine so klasse Serie produziert habt. Ich kann das Ende kaum erwarten und verweise natürlich bei allen eingebauten Zitaten auf die Originalwerke.
(TV-Serie: Game of Thrones; Buchserie: Das Lied von Eis und Feuer)

Medra Yawa