Ernste Themen sollten nie totgeschwiegen werden. Deswegen schreibe ich in meine Gedichte ja seit jeher in einem eher düsteren Unterton. Diesmal fühle ich mich jedoch verpflichtet, hierbei eine Triggerwarnung zum Thema Suizid rauszugeben.
Bitte seid gewarnt und geht verantwortungsbewusst mit dem Inhalt/Weiterleiten um.
Tun sie’s nicht immer noch? Sie lieben ihr Kinde doch! Sie würden ihm nix rauben! Und dennoch …
Dennoch sitzet es zerbrochen dort Und egal, wie tief man bohrt, Gibt es keine Antwort.
Der Schatten der Vergangenheit Hat genug vom Leid. Er kann nicht länger mitanschauen, Wie das Kind im Inner‘n schreit.
Einst wurde es geschlagen. Einst wurde es getreten. Einst … Einst. Einst?
Einst hält doch bis heute an! Deswegen lässt es kein Glück heran! Es glaubt, es würde zu nix taugen. Deswegen ist es dran …
Dran zu schrei’n, Dran zu wein’n Ganz geheim Ganz allein In seiner Pein Daheim …
Der Schatten der Vergangenheit Verscheucht die Besonnenheit Mit verächtlichem Schnauben.
Es ist an der Zeit.
Es ist an der Zeit, zu graben. Es ist an der Zeit, etwas zu sagen. Es ist an der Zeit, Hilfe einzuklagen!
Sanft besäuselt er das Kind, Damit er es für sich gewinnt. Er gibt ihm Wind, Damit es beginnt
Zu sprechen.
Es soll sich rächen!
Das Kind beugt sich weg. Es erkennt keinen Zweck. Es hat kein Vertrauen. Es sieht sich als Dreck.
Es ist an der Zeit, umzulenken. Es ist an der Zeit, umzudenken. Es ist an der Zeit, Bedenken
Zu ertränken!
Das Kind beginnt zu verstehen. So kann es keine Zukunft sehen. Mit Bedauern Will es einige Schritte gehen.
Doch halten Wurzeln es fest! Es darf nicht aufstehen vom Nest! Dieses Nest, das es nicht ziehen lässt!
Mutter hält inne. Vater erhebt die Stimme:
„Es darf nicht stehen. Es darf nicht flehen. Es darf niemals gehen. Wie kommt es auf diese dummen Ideen?!
Das Kind hat fügig zu bleiben! Es hat zu verweilen! Wo soll es sich schon rumtreiben? Warum will es heilen?
Heilen! Ha! Wovon? Dass es sich mal wieder besonn!
Hier ist wie einst: Alles gut. Alles leicht. Alles frei.“
Der Schatten der Vergangenheit Macht sich wütend bereit. Er kann seinen Ohren nicht trauen. Frei nennt sich dieses Kleid?!
Das ist ihm zu dreist! Er knurrt und er reißt! Denn er verheißt:
Den Abschied.
Das Kind senkt die Lider. Es zittern die Glieder. Es sieht nicht auf-
„LAUF!“,
Schreit Der Schatten der Vergangenheit.
Erschrocken hebt es den Blick. Noch hält es ihn für einen Trick. Es muss doch auf-
„LAUF!“,
Erneut schreit Der Schatten der Vergangenheit.
Das Kind erblickt sein eigenes Gesicht. Ein Schatten im Licht. Nein. Sein Schatten im Licht. Die Tränen sieht es nicht-
Nicht mehr.
„Hier ist’s nicht fair. Hier fällt’s uns schwer. Ich wünsche mir so sehr Einen Abschied her.
Für dich. Für mich. Bitte sprich!“
Der Schatten der Vergangenheit Erinnert an das einstige Leid.
Einst … Einst. Einst?
Die Wurzeln hängen schlapp, Sie lassen endlich ab, Sie fallen herab.
Einst war gestern. Einst ist heute.
Vater und Mutter sprechen, Sie wollen ihre Zechen, Sie wollen das Kinde brechen …
Aber diese Leute, Nein, diese Meute, Bekommt keine Beute!
Mit der Erkenntnis sprießen Flügel empor. Mit der Erkenntnis, die ihm fehlte zuvor. Mit der Erkenntnis trat das Kind hervor. Nein. Kein Kinde mehr. Denn es setzte sich zur Wehr.
Schuhe hier hin. Hosen da hin. Blusen dort hin. Socken, wohin?
Alles hat seinen Platz. Ob hier, ob da, ob dort… Kaum mehr als ein Wort?
Alles hat seinen Platz. Alles hat seinen Ort. Alles muss fort…
Alles wird durchnummeriert. Alles wird wegsortiert. Alles wurde renoviert.
Nach dem Bild unserer Gesellschaft.
Ob nun Kleidung oder Wissen, Nichts will seinen Platz missen. Nichts soll seinen Platz missen. Nichts darf seinen Platz missen?
Menschen werden zugewiesen! Ob sie nun klein sind oder Riesen. Wer sich sträubt wird eingewiesen:
Mädchen sind pink, Jungen blau. Manche sind dumm, manche schlau. Kinder werden nach Bildung sortiert. Extreme gelten aussortiert. Der Standard wird nominiert. Alles andere sei zu „kompliziert“.
Die einen sind Schuhe, Kamen zuvor aus guter Stube, Kamen zuvor aus guter Schule, Sind nie zu finden in einer Grube.
Die nächsten sind die Hosen, Sie gelten als dumme Dosen. Keiner kann sie je liebkosen, Sind mehr Stacheln als Rosen!
Dort hinten sind die Blusen, Die Kreativen mit den vielen Musen. Sie sind die stets konfusen Heulsusen.
Und zuletzt die Socken, Die bocken, Waren stets am Zocken, Konnten nur schocken, Ihre Gegenparts nicht locken Und sind nun auf ewig allein…
So soll es richtig sein? Das soll unsere Gesellschaft sein? Das soll unser Leben sein? Das soll unsere Zukunft sein?!
Die Sohlen durchgelaufen, Mit Masken zu Haufen War ich Nudeln kaufen, Nerven ersaufen.
Letztes-
Die Farben wurden fahl. Sie waren einst meine erste Wahl. Sie waren einst in kleiner Zahl. Sie sind nun ganz kahl.
Letztes Jahr-
Fühlst du dich eingesperrt, Wurdest du verstärkt Aufgeklärt – Nein. Belehrt?
Letztes Jahr ist-
Jeder gehört beschützt. Jeder gehört unterstützt. Jeder gehört gestützt. Sodass es allen nützt!
Letztes Jahr ist vorbei.
…
Aber nicht unser Kampf.
Herausforderungen wird es immer geben. Auch wenn wir nach keinen streben. Denn unser Leben Ist ein Segen. Wir müssen es pflegen. Nicht zur Ruhe legen Und eben gegen Jene reden Die mit Bestreben An Lügen kleben.
Letztes Jahr ist vorbei. Dieses Jahr sei – Bitte – Keine Hetzerei.