K: Die Bürden eines Sohnes

Es kostete Tristen fast ein Jahr, ehe er sich wieder offen im Stützpunkt blicken lassen konnte. Freilich hätte er auch schon vorher durch die Gänge spazieren können, doch wollte er seine Tante LiJu und seinen Vater in dem Glauben lassen, dass er noch auf die Räucherstäbchen angewiesen war. Räucherstäbchen, die sie ihm regelmäßig aufs Zimmer schickten.

Räucherstäbchen, die er stets von LaNa entsorgen ließ, um bei Verstand zu bleiben.

„Die Namen sind heute eingegangen“, bemerkte seine Auxilius als er sein Mittag beendete, „Über Generälin LiJu, wohlbemerkt.“

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K: Ehrliche Realität

Die Wochen nach dem Angriff auf den Shanai über waren seine Gedanken vernebelt. Dafür sorgte seine Tante. Immerzu ließ sie ihm Räucherstäbchen bringen, welche betörende Düfte entfachten, sobald sie brannten. Gerüche, die ihn schwerfällig werden ließen. Die ihn seine Sorgen vergessen ließen.

Blinzelnd starrte Tristen auf das letzte abgebrannte Stäbchen. Es war bereits vor zwei Stunden erloschen. Dennoch hatte LaNa kein Neues angezündet. Sie hatte zuvor nur die anderen Macian rausgeschickt. Hatte darauf bestanden, dass sie TriSte’s Auxilius war. Dann hatte sie die neuen Stäbchen beiseite geräumt. Und seinen Vater, den Lyx, belügen lassen.

Denn laut ihr würde das nächste Räucherstäbchen bereits brennen.

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Timothy – Flammengespräche

Die Werbungen von Cousin Alexander begannen nur zwei Wochen später. Immerzu fragte dieser, ob er nicht Maria treffen könne. Dass er gerne um sie werben würde. Dass sie natürlich Julia als Begleitung mitbringen dürfe.

Seine Briefe waren widerlich. Viel zu liebreizend. Schief. Verkehrt! Wäre es nach mir gegangen, hätte ich all seine Papiere auf einmal verbrannt. Aber da er Julias Weg aus dem Anwesen war …

„Wie fühlst du dich?“, vernahm ich ihre Frage an Maria.

„Leer“, offenbarte das Mädchen, „Hat Vater wenigstens heute …?“

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Timothy – Zwischen Lüge und Wahrheit

Es verlief alles so, wie Elisabeth prophezeit hatte: Ihr Tod wurde beim Frühstück verkündet. Ein Reitunfall in den frühen Morgenstunden. Tatenlos musste ich mit ansehen, wie Maria zusammenbrach. Wie Julia sie in ihre Arme schloss und tröstend auf sie einsprach. Wie Sir Stark um Vergebung bat, weil er die Madam nicht begleitet hatte …

„Nein. Das- Sie darf nicht-!“, schluchzte Maria gepeinigt.

„Der Tod kommt stets schneller, als man sich wünscht“, flüsterte Julia, nachdem der Hausarzt von einem schnellen Tod berichtet hatte, „Er ist ein Teil vom Leben. Und zumindest musste sie so nicht leiden …“

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Wahre Hilfe

Ich sehe Dich:

Deine Fehler.
Deine Schmerzen.
Deine Falten.
Deine Stärken.

Ich höre Dich:

Deine Ängste.
Deine Schimpfe.
Deine Trauer.
Deine Wünsche.

Wenn Du mich brauchst,
Bin ich für Dich da.

Wenn Du mich brauchst,
Komme ich allemal.

Wenn Du mich brauchst,
Musst Du nur rufen.

Wenn Du mich brauchst,
Musst Du mich nie suchen.

Denn ich bin da.
Und bleibe geduldig.

Denn ich bin da.
Und Du bist mir nichts schuldig.

Keine Erklärung.
Keine Umarmung.
Keine Ehrung.
Kein – Nichts.

Denn ich bin für Dich da
Und ich warte –
Auf Dich.

Ob Du einen guten Ratschlag brauchst?
Ob Du jemanden zum Zuhören brauchst?
Ob Du meine Nähe brauchst?

Ich weiß es nicht,
Aber ich warte.

Denn Du siehst mich.
Und kennst die Karte.
Du kennst mein Menü
Und wie ich mich bemüh.

Du wählst die Hilfe,
Die Du brauchst.

Du wähltest die Hilfe,
Und ich lausch.