GENUG!

Jeden Tag steht etwas an.
Jeden Tag geht es voran.
Jeden Tag ist’s wichtig.
Jeden Tag … und nimmer richtig?

Stets wird gefordert und erbracht,
Immer mehr und öfter wird’s gemacht.
Mehr und mehr und mehr und mehr …
Nie ist die To-Do-List leer!

Die Geduld, sie tropft dahin.
Sie verrinnt ohne tieferen Sinn.
Sie vergeht in dem Stress,
Den ich niemals vergess‘.

Ich setze ein Lächeln auf,
Ich fordere keinen heraus,
Ich halte die Stimme leis‘,
Und drehe mich im Kreis …

ARBeit, SCHlaf, ARBEit, SChlaf,
ARBEIt, Schlaf, ARBEIT, schlaf …

GENUG!

Scheppernd zerfällt
Die zerrende Welt.
Meine Geduld vergeht.
Mein Lebenswille lebt!

Genug ist genug.
Genug ist ein Stopp.
Genug ist die Heilung
Vom steten Galopp!

Ich kann es nicht mehr ertragen,
Ich würde nur verzagen,
Ich muss es nun wagen,
Und muss endlich klagen!

Manche Vergehen
Kann man nicht vergeben.

Manche Vergehen
Fordern zu viel Bestreben.

Manche Vergehen
Ersaufen das Leben!

Drum sei’s GENUG!

Die Bande gekappt,
Die Hoffnung gejagt,
Die Zukunft gewagt …
Das Tempo hinterfragt.

Schreib ich mein Metronom um.

Tintenfleck

Tropf! Heck!
Tintenfleck!
Geht nimmer weg.

Nicht vornehmlich,
Nein!
Sondern hämisch,
Glänzt es obendrein!

Sollte dort das Papier doch weiß bleiben.
Sollte dort doch die Pause verweilen.
Die Pause, die dem Satz
Vermacht einen Schatz.

Und nun?

Nun findet sich ein fetter Fleck
– ein Schreck! –
Und erfüllt keinen einzigen Zweck.

Die Tinte zerrinnt.
Die Farbe beginnt,
Fort zu fliehen,
Muster zu ziehen.

Ein Strich dort.
Ein Kringel hier.
Eine Gabelung da.
Ein Gewirr vor mir.

Etwas Wirres?
Etwas Schönes.
Etwas Einzigartiges!
Etwas-

Etwas, das mein Herz erstrahlt,
Während es munter weitermalt.

Ich muss wohl redigieren
Und darf es nicht mehr korrigieren.

Dieser Tintenfleck
Kommt hier nicht weg.
Er ist auf diesem Papier
Richtig bei mir.