B: Ein Teil der Vergangenheit

„Aber du erinnerst dich nicht mehr richtig, oder?“

Sie ließ sich auf sein Bett fallen. Auf Lucas‘ Bett. Zum ersten Mal konnte sie die medizinischen Geräte richtig erblicken. Eines zeichnete verschiedene Werte auf. Ein anderes versorgte ihn mit einem Plastikschlauch. Daneben war noch eines mit einer Atemmaske. Eine, die er extra für sie abgesetzt hatte, wenn sie die schwingenden Schlaufen daran richtig einschätzte.

„Ich … Ich erinnere mich, Lilith Bach gewesen zu sein. Aber hier bin ich Liane Rivers. Nur fühlt sich der Name nicht richtig an. Er-“

„Weil du immer noch Lilith bist.“

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B: Hilfesuche

Das erste Steinchen prallte gegen den Fensterrahmen. Das zweite traf allerdings die Glasscheibe. Ehe sie das dritte werfen konnte, tauchte Olivers verschlafene Gestalt dahinter auf.

Erleichtert wank Liane ihrem Freund zu. Sie deutete zur Haustür. Dann eilte sie auch schon um das Haus herum und wartete ungeduldig darauf, dass er ihr öffnete.

„Es ist noch nicht mal um fünf“, murmelte Oliver, als er ihr öffnete.

„Ich weiß. Es ist wichtig. Und- Entschuldige für die Steinchen. Ich bin vorhin ohne Handy los. Ist ziemlich verrückt und- Ich brauche deine Hilfe“, sie fühlte sich atemlos an.

Atemlos, aber entschlossen.

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B: Mr. Belial

„Er wirkt total ausgewechselt“, flüsterte Shiloh ihr zu, sobald sie allein waren.

Liane schaute dennoch zur Küche herüber. Dorthin, wo ihr Vater verschwunden war. Um etwas Obst aufzuschneiden, ehe er losmüsse. Nur um sicher zu gehen.

„Das geht nun schon zwei Wochen so“, erklärte sie ihrer Freundin, während sie sich hinter einem Schulbuch versteckte, „Seit dem Sturm.“

„Du meinst, seit du bei Oli warst? Oder seit der Sache mit Betty?“, erkundigte sich ihre Freundin wieder.

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B: Mutter, Vater, Kind und Traum

Lianes Vater blieb schweigsam, bis sie im Auto saßen. Er hatte nur ein paar Worte zur Verabschiedung gemurmelt. Für mehr hatte er zu müde gewirkt. Zu ausgelaugt. Zu angespannt.

So ähnlich wie Mr. Brume, wenn sie so darüber nachdachte.

„Ist alles in Ordnung?“, fragte Liane, als das Auto auf die Straße bog.

„Huh?“

„Mit dir und … Hast du dich mit deinem Kollegen gestritten? Ihr wirktet beide so … schroff?“, erkundigte sie sich weiter, „Oder ist es, weil ich bei Oliver war? Ich wollte nicht-“

„Du kannst nichts dafür“, unterbrach er sie, „Es ist nur ein kleines Missverständnis. Nichts weiter. Ja?“

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B: Abgeschnitten

Drei Tage musste Liane bei den Brumes bleiben, obwohl nur eine Nacht angedacht war. Es waren drei ungeplante Tage, in denen sie Olivers Eltern besser kennenlernte. Drei warme Tage, die sie dem Unwetter zu verdanken hatte.

Der erste Regen war zum Abendessen vor der ersten Nacht gefallen. Es waren dicke Tropfen gewesen, die fordernd gegen die Fenster klopften. An sich war es nichts Ungewöhnliches. Centy erlebte immer wieder kräftige Regenschauer, die vor dem angrenzenden Gebirge niederprasselten. Gegen Mitternacht setzten jedoch auch heftige Winde und kurz darauf sogar noch Hagel ein.

In den frühen Morgenstunden hatte die Regierung eine Ausgehsperre verhängt.

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