B: Hilfesuche

Das erste Steinchen prallte gegen den Fensterrahmen. Das zweite traf allerdings die Glasscheibe. Ehe sie das dritte werfen konnte, tauchte Olivers verschlafene Gestalt dahinter auf.

Erleichtert wank Liane ihrem Freund zu. Sie deutete zur Haustür. Dann eilte sie auch schon um das Haus herum und wartete ungeduldig darauf, dass er ihr öffnete.

„Es ist noch nicht mal um fünf“, murmelte Oliver, als er ihr öffnete.

„Ich weiß. Es ist wichtig. Und- Entschuldige für die Steinchen. Ich bin vorhin ohne Handy los. Ist ziemlich verrückt und- Ich brauche deine Hilfe“, sie fühlte sich atemlos an.

Atemlos, aber entschlossen.

Weiterlesen

B: Mr. Belial

„Er wirkt total ausgewechselt“, flüsterte Shiloh ihr zu, sobald sie allein waren.

Liane schaute dennoch zur Küche herüber. Dorthin, wo ihr Vater verschwunden war. Um etwas Obst aufzuschneiden, ehe er losmüsse. Nur um sicher zu gehen.

„Das geht nun schon zwei Wochen so“, erklärte sie ihrer Freundin, während sie sich hinter einem Schulbuch versteckte, „Seit dem Sturm.“

„Du meinst, seit du bei Oli warst? Oder seit der Sache mit Betty?“, erkundigte sich ihre Freundin wieder.

Weiterlesen

B: Ehrliche Worte

Liane brauchte zwei Anläufe, ehe sie klingeln konnte. Es fühlte sich zu falsch an. Als würde sie ihren Vater verraten! Noch konnte sie umdrehen und zurück nach Hause eilen. Er würde später sicherlich schimpfen. Aber er würde es verstehen. Sie könnten sich aussprechen. Wenn er wieder da war. Wenn es sich beruhigt hatte?

Inmitten ihrer Überlegungen fiel ihr auf, dass sie genau das doch tat! Sie ging zu Oliver, damit er sich beruhigen konnte und sie sich anschließend entspannter unterhalten würden. Ob nun für ein paar Stunden oder eine ganze Nacht sollte eigentlich irrelevant sein. Sie war ja kein kleines Kind mehr!

Erst als Liane zu dieser Erkenntnis kam, verflogen ihre Sorgen. Kurz darauf öffnete Olivers Mutter die Tür. Sie lächelte herzlich. Herzlich aber angespannt.

Weiterlesen