NaNoWriMo 2019

Im November beginnt wieder der NaNoWriMo (National Novel Writing Month). Und da es auf diesem Blog noch keine Erklärung dazu gibt:

Der NaNoWriMo ist eine Art Schreibprogramm, bei dem die Teilnehmer versuchen, innerhalb eines Monats (vom ersten bis zum letzten Novembertag) 50’000 Wörter zu verfassen. Ursprünglich soll dabei die Rohfassung eines Romans entstehen, jedoch kann man sich auch auf andere Projekte fokussieren (Drehbuch/Hausarbeit/…).

Da ich mich 2017 in einem kreativen Loch befand und eher aus Verzweiflung mal drauf losgekritzelt hatte – ohne viel zu erwarten oder gar zu hoffen-, hatte mich der NaNoWriMo trotz stressiger Tage (mit Arbeit, Uni, Haushalt, Hausaufgaben, Vortrag und halt Schreiben) sehr überrascht. Er hat mich wieder zum Schreiben motiviert und mir gezeigt, dass alles möglich ist.

Mittlerweile sind durch das Schreibprogramm zwei kürzere Romane entstanden, die mir geholfen haben, mich als Person und Autorin weiterzuentwickeln. Ich konnte mich in neuen Geschichten austobben, in denen mir die Strukturen oder Geschehnisse keine Angst gemacht haben, da es nur um den Spaß am Schreiben ging.

Planen war zweitrangig. Charakterentwicklung war zweitrangig. Storyverlauf und -kontinuität waren zweitrangig.

Und dennoch fiel mir beim Überarbeiten auf, dass alles akzeptabel umgesetzt war.

Versteht mich bitte nicht falsch. Keine der Geschichten war perfekt. Und ja, ich habe im Dezember oder teilweise auch Januar noch mal einige Wochen Überarbeitung reinstecken müssen. Aber obwohl sie nicht aufs penibelste durchstrukturiert waren, finde ich die Geschichten bislang ganz gut. Sie sind ein guter Zeitvertreib und eine noch bessere Schreiblernhilfe und Motivation gewesen, die ich nie missen möchte!

Das bringt mich zu diesem Jahr. Ich weiß jetzt schon, dass der Stressfaktor Dank zwei kleiner Babys verdoppelt wird, jedoch bin ich mir sicher, dass man alles schaffen kann, wenn man nur daran glaubt! Ich freue mich auf diesen November und stehe hüpfend an der Startlinie. Komplett ausgerüstet mit Euphorie, Träumen, Neugier, Moral, Beziehung, Leben, Zeit, Tod und…

Ich schweife ab.

Zuletzt möchte ich noch jeden ermutigen, am NaNoWriMo teilzunehmen! Glaubt mir, es lohnt sich. Egal wer ihr seid: Eine Deadline zu haben und seiner Fantasie freien Lauf zu lassen, ist das Beste, was einem passieren kann!

Solltet ihr euch anmelden, würde ich mich freuen, wenn ihr mich als Buddy hinzufügt (MedraYawa). Ansonsten hoffe ich, euer Interesse geweckt zu haben und bewerfe euch gedanklich mit Knabberkram. C:

Alles Gute und auf einen erfolgreichen November!

Medra Yawa

PS: Ich weiß, dass ihr es hinkriegen könnt, wenn ihr es versucht! Rechnerisch sind es nur 1’667 Wörter pro Tag. Versucht es doch einfach mal C:

AdHdEk: Die Geburt

Tod

Als er die Augen das erste Mal öffnete, erfüllte ihn ein Name. Es war ein sturer Name, der sein Wesen gänzlich einnahm. Ein Name, den er nicht verstand. Den er für böse hielt. Der richtig und falsch zugleich schien und – und dennoch! Dennoch spürte er, welche Rolle dieser Name im großen Ganzen spielte, wenngleich er es nicht in Worte zu fassen glaubte-

Wenngleich er das große Ganze nicht zu begreifen erhoffte.

Was er wusste, war… Nichts. Und trotzdem fühlte er sich, als müsse er nur an einem einzigen Gedanken festhalten, um alles zu wissen. Um diese trostlose Einöde zu verstehen, die ihn umgab. Diese… Erde? Diese zerrissene tote Erde, die kein Feuer in sich trug. Kein Wasser. Keinen Geist. Nicht mal eine Seele.

Eine Seele?

Was war eine Seele?

Warum kümmerte sie ihn?

Er wandte sich ab. Zog sich hoch. Fand heraus, dass sein Körper sich nicht entscheiden konnte. Dass sich seine Knochen noch formten. Dass das Fleisch sich noch wandelte. Experimentierte.

Erst hatte er ein Bein.

Dann plötzlich zwei.

Dann vier.

Seine Arme wurden erst länger.

Dann kürzer.

Sein Rücken juckte und er spürte etwas daran wachsen.

Er sah Flügel, spürte Hörner und einen Schwanz aus ihm sprießen.

Und dann?

So erschreckend schnell wie es begann, stoppte es wieder. Die Flügel waren verschwunden. Die Hörner geschrumpft. Der Schwanz abgefallen. Einzig zwei Beine trugen seinen Körper keuchend aufrecht. Einzig zwei Arme mit zwei Händen umklammerten seinen Kopf.

Seinen Kopf mit diesen kleinen Dellen. Mit diesen Hörnern.

Hörner, die sich falsch anfühlten.

Die dennoch blieben.

Er zwang seine Füße einige unsichere Schritte voran. Ließ sie ihn tragen. Vertraute ihnen.

Konnte rennen.

Konnte springen.

Noch ehe er die Worte verstand.

Und dann stolperte er.

Er fiel der Länge nach hin. Spürte, wie seine Knie schmerzten. Wie schwer sich sein Körper anfühlte. Wie sehr sich seine Glieder weigern wollten, wieder aufzustehen. Wie er viel lieber liegen bleiben wollte. Wenn nötig auch für immer!

Sodass er nie wieder verletzt werden würde.

Und so fand sie ihn.

Bist du auch tot?

Müde blickte er auf diese neue Kreatur.

Sie war klein. Sah ihm so ähnlich.

Hatte zwei Arme. Zwei Beine.

Silbernes Haar.

Große violette Augen.

Ich bin Tod.

Seine Stimme klang ruhig. Tief. Nicht so hoch wie ihre und überrascht drehte er sich um. Er starrte sie an. Sah, dass sie ihn verstanden hatte.

Lauschte ihrem Kichern.

Dann bist du so wie ich?

Ihre Worte irritierten Tod. Ohne an seine Ängste zu denken, setzte er sich auf. Er beobachtete das Mädchen, das ihm gerade so auf Augenhöhe begegnete. Das so klein war. So zierlich.

Er wollte sie beschützen.

Kann sein. Oder du bist wie ich.

Er legte den Kopf schief. Spürte, wie sie seine Hörner betrachtete. Ließ sie die Hände danach ausstrecken. Sie berühren.

Und mit der Berührung verstand er plötzlich, warum er die Augen nicht von ihr nehmen konnte. Warum er sie so sehr anstarrte. Nichts anderes in dieser Einöde mehr sehen konnte.

Für sie war sein Licht.

Und er eine so dunkle Finsternis.

Er konnte es sehen. Wie dieses Licht sie erfüllte. Konnte eine Flamme sehen. Ein warmes Etwas, das ihr ganzes Wesen erstrahlen ließ. Konnte darin eine Energie finden. Eine Abhängigkeit, die er vorher nie zu beschreiben gewusst hätte.

Sowas hab ich nicht…

Ihre Worte klangen neidisch. Aber auch überrascht und neugierig. Als könne sie seine Hörner nicht verstehen. Als sähe sie kein Zweck in ihnen.

Sie streichelte über die toten Erhebungen.

Zog langsam die Hände zurück.

Dafür stehen dir die Haare besser.

Sie lachte. Es war ein so klares Lachen., als würde sie plötzlich glücklich mit ihm sein.

Na dann! Muss ich wohl gut genug für uns beide aussehen!

Sie drehte sich weg. Tanzte über die tote Erde und summte dabei eine Melodie, die von ihrem Glück erzählte.

Die sein Herz erwärmte.

Er beobachtete, wie ihre Schritte über die Erde glitten. Sah, wie ihr Feuer aufloderte. Dieses Licht, das das gesamte Zwielicht vertrieb. Das diesen kalten Stern im Himmel aufleuchten ließ. Das in die Erde glitt.

Er schob die Hände über den Boden. Glaubte ein Pochen zu spüren. Ein Gesang, der von ihrer Melodie geweckt wurde. Ein Rhythmus, dem noch die Instrumente fehlten. Der trotzdem beschloss, den Anfang zu machen.

Und dieser Symphonie zu verfallen.

Was ist? Willst du ewig da rum hocken?

Ihre Frage irritierte ihn.

Ihr Lächeln verzauberte ihn.

Seine Beine standen aufrecht, ehe er verstand, wieso.

Hör nicht auf.

Seine Bitte klang so egoistisch. Zumindest in seinen Ohren.

Er beobachtete, wie sie nickte.

Wie sie in die Hände klatschte.

Wie um sie herum die Welt erwachte.

Wunderschön.

Er starrte auf ihre Flammen. Auf ihr Licht. Auf diesen wundervollen Glanz, der den Boden begrünte. Der der rissigen Erde etwas schenkte. Der ihn veränderte. Ihn schuf. Ihn liebkoste. Ihn wieder veränderte. Bunt werden ließ. Stärkere Grünlinge erschuf.

Grünlinge? Nein. Das waren Bäume.

Und Blumen.

Gras.

Pflanzen.

Du bist ein Wunder…

Irritiert öffnete sie die Augen. Bedachte die Idylle, die sie selbst erschaffen hatte, so verwundert. So überrumpelt.

Sie schüttelte den Kopf.

Nein. Ich bin nur Leben.

AdHdEk: Prolog – Alles und Nichts

Als der Himmel die Erde küsste, regierte Zwielicht die Welt. Zwielicht, das weder dem einen noch dem anderen gehörte.

Es war hell und klar und…

…auch wieder nicht.

Es war kalt.

Und es war warm.

Es war da.

Und es war fort…

Es war ein ewiger Kampf. Ein ewiges Gefecht. Etwas, das wie das eine erschien und das andere offenbarte.

So wurde aus Nichts Alles.

Und aus Alles Nichts.

So ward das Eine Alles.

Und so ward das Eine Nichts.

So ward alles Andere Alles.

Und so ward alles Andere Nichts.

In diesen Gegensätzen erblickten sie das Licht der Welt.

Leben und Tod.


Mal ein kurzer Auszug aus meinem NaNoWriMo Projekt von 2018.