Märchenstunde: Das Spiel der Flöte II

Bacchus lauschte die ganze Nacht lang der Musik. Sie befreite ihn von seinen Sorgen. Er ließ sich von ihr wiegen und umweben und als die Sonne aufging, lächelte er das ungewöhnliche Wesen dankbar an.

Es war haarig. Seine Beine ähnelten denen eines Lastentiers und die abgerundeten Hörner auf seinem Kopf hatten etwas Bedrohliches. Es trug keine Kleidung – die brauchte es auch bei dem ganzen Pelz nicht. Jedoch hingen zwei lose Gürtel über seiner Brust gekreuzt, an denen kleine Beutel und Flaschen baumelten.

„Fürchtest du dich nicht?“, unterbrach das Geschöpf sein Lied, als es den Blick bemerkte.

Obwohl Bacchus sich unwohl fühlte, schüttelte er den Kopf. Eigentlich war ihm alles Fremde verboten worden. Den ländlichen Bauern gefielen neue Ideen nicht. Deswegen hielten sie sich von den Wäldern fern. Es gab immer nur dieselben Flüsse, von denen man Wasser holte. Es gab immer nur dieselben Felder, die bearbeitet wurden. Und es gab immer nur dieselben Routen, denen die umherwandernden Bauern folgten.

Sich zu weit von der Gruppe zu entfernen, den Wald zu betreten oder gar mit einem fremden Wesen zu sprechen … Wie viele Regeln er in der letzten Nacht wohl gebrochen hatte?

„Wenn ich mich fürchte, dann nicht vor dir“, antwortete er geschmeidig.

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GENUG!

Jeden Tag steht etwas an.
Jeden Tag geht es voran.
Jeden Tag ist’s wichtig.
Jeden Tag … und nimmer richtig?

Stets wird gefordert und erbracht,
Immer mehr und öfter wird’s gemacht.
Mehr und mehr und mehr und mehr …
Nie ist die To-Do-List leer!

Die Geduld, sie tropft dahin.
Sie verrinnt ohne tieferen Sinn.
Sie vergeht in dem Stress,
Den ich niemals vergess‘.

Ich setze ein Lächeln auf,
Ich fordere keinen heraus,
Ich halte die Stimme leis‘,
Und drehe mich im Kreis …

ARBeit, SCHlaf, ARBEit, SChlaf,
ARBEIt, Schlaf, ARBEIT, schlaf …

GENUG!

Scheppernd zerfällt
Die zerrende Welt.
Meine Geduld vergeht.
Mein Lebenswille lebt!

Genug ist genug.
Genug ist ein Stopp.
Genug ist die Heilung
Vom steten Galopp!

Ich kann es nicht mehr ertragen,
Ich würde nur verzagen,
Ich muss es nun wagen,
Und muss endlich klagen!

Manche Vergehen
Kann man nicht vergeben.

Manche Vergehen
Fordern zu viel Bestreben.

Manche Vergehen
Ersaufen das Leben!

Drum sei’s GENUG!

Die Bande gekappt,
Die Hoffnung gejagt,
Die Zukunft gewagt …
Das Tempo hinterfragt.

Schreib ich mein Metronom um.