
„Du bist ja so spät dran“, brummte ihr Vater viel zu leise.
Liane hielt kurz inne, um aufzusehen. Erst dann schlüpfte sie aus ihrem zweiten Schuh und stellte das Paar neben die Treppe. Sie mochte es nicht, wenn er so ungeduldig klang. Es verunsicherte sie. Zumal sie ihre verwundete Hand in der Hosentasche verbergen musste!
„Wir waren noch bei Oli … War ein langer Tag“, murmelte sie, „Viel passiert.“
Sie wollte nicht Bettys dummen Streich ansprechen. Nicht Tinas Verhalten. Nicht das Geschrei von Bettys Vater. Nicht die Sorgen ihrer Freunde … Aber würde ihr Vater das zulassen? Er stand viel zu ungehalten im Flur. Als hätte er seit Stunden auf ihre Ankunft gewartet!
„Dann hättest du mir ruhig mal schreiben können, was los war“, erklärte er, „Weißt du eigentlich, wie viele Sorgen ich mir mache, wenn du nicht da bist, wenn ich nach Hause komme?! Du weißt doch, dass du dich nicht rumtreiben sollst!“
Liane stockte. Ihr schlechtes Gewissen meldete sich. Ja. Bestimmt war das Warten eine reine Tortur für ihren Vater gewesen … Sie hätte-
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