B: Die Kirche der alten Schule III

Noch immer starrte Lilith auf Tinas Vater. Jeden Moment, den sie vor dem Mann verbrachte, suchten sie mehr Erinnerungen heim. Sie erinnerte sich an düstere Lehren. Vergessene Regeln, die sie als Kind lernen musste. Die sie stets vor ihrer Mutter aufsagen musste. Die sie verinnerlichen musste. Die sie immerzu wiederholen musste.

Nach denen sie einst leben sollte …

„Damus der Gerechte hat nie aufgehört, über den See der Tränen zu wachen. Auch wenn die Sekte sein Antlitz unter das Wasser gezerrt hat“, entgegnete der Prediger vorsichtig.

„Nun, dürfte ich ihn dann besuchen? Oder wurde das diesjährige Präsent schon entschieden? Gerne würde ich ihn noch einmal lächeln sehen“, bemerkte Lilith.

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B: Ein Teil der Vergangenheit

„Aber du erinnerst dich nicht mehr richtig, oder?“

Sie ließ sich auf sein Bett fallen. Auf Lucas‘ Bett. Zum ersten Mal konnte sie die medizinischen Geräte richtig erblicken. Eines zeichnete verschiedene Werte auf. Ein anderes versorgte ihn mit einem Plastikschlauch. Daneben war noch eines mit einer Atemmaske. Eine, die er extra für sie abgesetzt hatte, wenn sie die schwingenden Schlaufen daran richtig einschätzte.

„Ich … Ich erinnere mich, Lilith Bach gewesen zu sein. Aber hier bin ich Liane Rivers. Nur fühlt sich der Name nicht richtig an. Er-“

„Weil du immer noch Lilith bist.“

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B: Der alte Babybruder

„Bist du dir wirklich sicher?“, fragte Oliver leise. 

Liane nickte. Sie hatte sich noch nie so sicher bei etwas gefühlt. Und vor allem aufgeregt! Vielleicht war es doch ganz gut gewesen, dass Olivers Vater sie gefahren hatte. Ihre Gedanken waren immer noch so wirr, dass sie kaum klar denken konnte. Wie hätte sie ihre Umstiege mit dem Bus einhalten sollen? Wie sich nicht verlaufen? Denn immerzu hatten sich die Artikel über die Bachfamilie in ihre Gedanken geschlichen. Sie hatten vergessene Bilder in ihrem Kopf zum Leben erweckt. Bilder, die sich realer anfühlten als ihr Freund Oliver, der die ganze Zeit an ihrer Seite blieb und ihre Hand hielt.

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B: Chem Waks erster Hinweis

Chem Wak starrte auf die Nachricht von Mr. Brume. Es kam ihm verkehrt vor, dass er Liliths Nachforschungen nicht erahnt hatte. Oder beeinflussten sie die Zukunft nicht? Wäre es egal, ob sie diesen Teil der Wahrheit erfuhr? Es war immerhin nur ein winziges Fragment. Kaum der Rede wert.

Oder vielleicht doch?

Erneut las er die zwei Zeilen auf seinem Handy. Zwei Zeilen aus dem einzigen Chatgespräch, das er je geführt hatte. Alles andere ließ er lieber über seinen Fahrer abwickeln. Oder per Telefonat. Das war direkter. Und er musste sich nicht um mögliche Rechtschreibfehler sorgen.

Ich bin mit Liane auf dem Weg zu Lucas Bach. Sie glaubt, den Mann zu kennen. Ich passe auf sie auf.

Dass er auf sie aufpasste, bezweifelte Chem Wak nicht. Dass sie diesen Lucas Bach erkennen würde, war auch nicht ausgeschlossen. Doch darüber hinaus?

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B: Familie Bach

Lilith, schallte es durch ihren Traum, Lilith!

Es war wie ein vergangenes Echo. Eine weit entfernte Erinnerung. Genauso wie die Bilder, die sie von den seltsamen Kreaturen angefertigt hatte. Von diesem Teufel. Diesem Kind. Diesen … Freunden?

Lilith, ich brauche di-

Abrupt setzte Liane sich auf. Sie schwitzte. Schemen verschoben sich vor ihrem inneren Auge. Geschöpfe, die so fremdartig und dennoch so vertraut wirkten. Sie fühlte sich wie in einem Science Fiction Film. Nur …

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