Sturm der Gefühle

Man vermag sie kaum zu bändigen.
Man vermag sie kaum zu halten.
Sie fliegen umher.

Den Worten Anderer ausgesetzt.
Durch die Worte Anderer verletzt.
Nackt.

So lernte ich diese zu akzeptieren.
Das Innere zu maskieren.
Das Innere zu massakrieren.
Mich selbst zu verlieren.

Die Bande, sie brachen.
Und nun im Vorbeigehen
Mit versteckten Tränen –
Mit gekünsteltem Lachen
Fragst Du mich,
Warum sagte ich nichts?

Und so erwidere ich,
Bedeutete ich Dir nichts?!

Das Herz wart verschlossen.
Abgehackt die Sprossen,
Die einem Kind sonst halfen,
Die Welt zu gestalten.
Vergossener Schweiß –
Blut und Tränen waren Preis.
Doch waren sie viel zu leis‘
Im Vergleich zum frostigen Eis.

Das Eis, das die Seele umwob.
Mich in die Tiefen des Hurrikans schob,
Ins Auge des Sturms
Auf dem Balkon des Leuchtturms.

Apathie umkreiste die Gedanken,
Verschlang Freude und Glück.
Während sie im Meer versanken,
Führte kein Weg mehr zurück.

Ein Lächeln wurde aufgesetzt.

Dein Wille durchgesetzt.

Die Gedanken ersetzt.

Die Seele zerfetzt.

Unwissend, nichtsahnend –
Ich war ein Kind.
Was hätte ich sagen können?
Mein Innerstes zerrann zu geschwind …

Ich ließ mich fallen,
Ließ mich tragen,
Ließ mich ertränken,
Ließ mich verjagen,
Nickte artig ja,
Sagte kaum nein,
Akzeptierte stumme Ohren,
Wenn ich nur wollte schrei‘n!

Hörst Du mich nicht?!
Siehst Du mich nicht?!
Oder hast Du es bereits vergessen?
Mein Gesicht?

Die Dunkelheit brach ein,
Ließ kein Licht herein.
Sie schottete mich ab,
Schaufelte mein viel zu frühes Grab.

Ich war bereit zu gehen,
Konnte all das nicht mehr verstehen,
Konnte das Scheinheilige nicht sehen,
Wollte nur noch durchdrehen …

Da erblickte ich den ersten Funken.
Ich fühlte mich ertrunken,
Doch griff meine tote Hand danach,
Und weckte mich aus dem ewigen Schlaf.

Glühwürmchen –
So klein, so zierlich,
Verbreiteten ihr helles Licht,
Wärmten mein eisiges Gesicht,
Erleuchteten meine Sicht.

Eines nach dem anderen
Flogen sie in mein Leben,
Erweckten in meinem Inneren
Einen Traum nach ewigem Streben.

Ach! Wie sehr die Tränen doch flossen!
Wie warm meine Gefühle uns umschlossen,
Als die Glühwürmchen mich lenkten
Und mir endlich Liebe schenkten.

Mehr mag zu zählen …

Kleine, authentische Taten –
Ihre Folgen
Lassen nicht lang auf sich warten.

Unbedachte, harsche Worte –
Nun erfolgen
Ihre unseligen Morde.

Denn obwohl Vergebung sie wog,
Sie wagte zu bedenken,
Den Missmut zu senken.
So griff die Spirale zu und zog!
Die Liebe in den ewigen Sog.

„Man erntet, was man sähet“
Wart einst gelehrt,
Hoch verehrt,
Aber nun nähet,
Einzig die Gefühle gemähet.

„Wie du rufst, so hallt das Echo“
Doch muss ich es wagen,
Es wahrhaftig hinterfragen,
Wo es herkommt, wo?
Nicht aus des Himmels Hoh‘?

So mag ich harsch sprechen,
Doch halt ich nichts
Von diesem Witz,
Den leeren Versprechen.

 Mehr mag zu zählen,
Als ein Kind zu gebären.

Mehr mag zu zählen,
Als ein Kind zu ernähren.

Mehr mag zu zählen,
Als ein Kind zu befehlen.

So mag man es wählen.
Es auswählen,
Ihm erzählen,
Es empfehlen.

Liebe vermag zu walten.
Das Glück in den Händen zu halten.
Und Vertrauen schafft das Band,
Gefertigt aus weichem Samt,
Das selbst im Tod verbindet
Und ewig aneinanderbindet.

Mochte es nicht zu haften,
Zerrissen durch Boshaften?
So sind die Namen die Farce,
Der Wunsch eines Narrs!
Und Offenbarung dessen
An Vergangenem bemessen.

Das Leben gibt zurück,
Womit man es selbst beglückt.

Das Karma bringt den Spiegel,
Mit des Zukunftssiegel.

Die Ernte wandelt sich nicht gewollt,
Von Staub in glänzendes Gold!

Silvester

Das Knallen der Raketen,
Das schallende Lachen,
Der sprudelnde Sekt-
Es ist eingedeckt.

Dinner for One
Ist Pflichtprogramm.
Die leuchtende Nacht
Eine wundervolle Pracht-

Doch gebt ja Acht!

Das Jahresende
Nimmt keine schöne Wende,
Wenn man sich behände
Im Krankenhaus wiederfände.

Drum nehmt Rücksicht
-Auf jeden hier.
Ob Mann, ob Frau,
Ob Kind, ob Tier.

Genießt den Ausklang
Allemal!
Feiert mit Freuden Zuhaus‘
Oder im Lokal.

Mit guten Vorsätzen
Oder ohne.
Mit Alkohol, Batterien
Oder Kondome.

Für jeden sei etwas dabei
Mit dem -er, sie, es-
Den ganzen Stress
Von 2018 vergess‘.


Einen guten Rutsch ins Jahr 2019!
Medra Yawa

Der Ton

Die Musik der Maschinen
Das Trommeln der Räder
Die Bänder sie wälzen
Das Leben hinfort

Sie wünschen Perfektion
Müssen ineinander greifen
Eine Symphonie,
Einzig derselbe Ton

Drum obliegt es uns
Diesen Ton zu bestimmen
Ihm Form zu geben.
Ihn neu zu entsinnen.

Ein friedvolles Dur?
Ein tragisches Moll?
Re, Mi oder Do?
Fa, La, Ti, So?

Welches Tempo sollen wir wählen?
Welche Tonart wird uns verschmähen?

Staccato? Legato?
Forte? Piano?
Der Klang wie beim Pop?
Oder beim Rock?

Der Ton gibt die Musik.
Der Ton gibt den Rhythmus.
Der Ton gibt die Stimmung.
Die Sorgen sind fort.

Oder tut er es wirklich?
Oder ist er nicht machtlos?
Denn vielleicht –
Vielleicht geben wir die Stimmung

Und entscheiden uns:
Tag ein, Tag aus
Immer wieder um.

Denn unser Ton,
Unsere Musik,
Unser Rhythmus,
Unsere Stimmung:
Ist die, die wir uns selbst

WÄHLEN!