Timothy – Für dich …

Ich fand Jane neben ihrem Vater. Schroff wies er sie zurecht, weil die Waren nicht ordentlich festgebunden waren. Er meinte, dass sie etwas unterwegs verloren hätten, dass er Jane am liebsten zu Fuß durch den Schnee jagen wollte, bis sie es wiederfand!

Ein Teil von mir, hätte sich darüber gefreut. Dann könnte sie dem Pfarrer und diesem dummen Exorzisten entkommen!

Aber wenn sie starb …

„Verzeihung. Es wird nie wieder vorkommen, Vater“, sprach sie so gefasst und unterwürfig, dass es mir wehtat.

„Das hoffe ich für dich!“, fluchend wandte er sich endlich ab.

Erst danach sah sie auf. Ein eigenwilliger Gesichtsausdruck begrüßte mich. Er schrie von Ungerechtigkeit. Von Angst. Von Schmerzen.

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Minki, die kleine Zweibeinerin und das Netz

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Es hatte nicht lange gedauert, bis das größere Wesen zu einer kleinen Zweibeinerin heranwuchs. Es tapste zwar immer noch ein wenig schwankend umher und verschüttete ständig irgendwelche Flüssigkeiten, aber es verwöhnte Minki regelmäßig mit einer Vielzahl an Leckerlies.

Und letzteres erfreute den Kater mehr, als er sich anmerken ließ.

Sobald sie sein Reich betrat, präsentierte er sich stets aus sicherer Entfernung. Er wusste, dass diese kleine Zweibeinerin ihn dann streicheln wollte. Und er wusste, dass sie dafür nach Leckerlies für ihn bitten würde. Es war ein einstudiertes Spiel, mit dem er sich die köstlichen Krümel hart verdiente.

Umso mehr irritierte es ihn, als sie kam … und nicht einmal in Minkis Richtung blickte!

Nein! Stattdessen plapperte sie wild vor sich rum. Malte große Bögen in die Luft. Jaulte. Quengelte!

Bis Minkis Retter nachgab.

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Der Blick zurück

Der Wind zupft an meinem Haar
Und erinnert mich ans vergangene Jahr.
An alles, was ich wollt‘ vergessen.
An alles, was mich wollt‘ stressen.

Der Wind will, dass ich mich umdreh‘.
Der Wind will, dass ich ihn versteh‘.
Der Wind will, dass ich zurückgeh‘.

Der Wind weht in die falsche Richtung.

Müde starre ich zum Horizont.
Ob die Sonne nun bald kommt?
Ob sie diesmal heller strahlt?
Ob sie mit mehr Farbe malt?

Und wieder zerrt der Wind an mir …

Nein! Ich darf mich nicht beugen!
Ich darf die Zukunft nicht verleugnen!
Ich muss nach vorn seh’n.
Ich muss weitergeh’n!

Dennoch schauen meine Augen zurück.
Kurz nur. Für einen winzigen Augenblick.
Sie sehen ein Lächeln, sie sehen Tränen.
Sie erkennen all diese Schemen.

Nostalgie schleicht sich stumm in mein Herz.
Sie zieht mich seitwärts, vorwärts, rückwärts.
Orientierungslos wanke ich hier.
Dennoch ist nun Wärme in mir.

Der Wind hat sich gelegt.

Gutes wie Schlechtes.
Schlechtes wie Gutes.

Jeder befindet sich irgendwo dazwischen.

Lachend begrüße ich die neue Sonne.
Diese zärtliche Wonne.
Dieses neue Jahr.

Das Neue wird genauso sonderbar.

Minki und die warmen Tage III

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Minki hatte einen ganzen Tag gewartet, ehe er sein Versteck verlassen hatte. Von da an war er vorsichtiger geworden. Er vermied es nun, anderen Flatterviechern zu begegnen. Er sah stets zum Himmel auf. Bedachte ihn argwöhnisch. Peilte immer erst die Lage ab.

Obwohl er die Gärten und Natur wieder zu genießen gelernt hatte, so wollte er nie wieder der Gejagte sein. Es war eine Erfahrung, die er nicht wiederholen musste. Stattdessen wollte er dieses Paradies mit all seinen Wundern genießen. Er wollte im Schatten der Bäume schnurren. Er wollte sich in der Sonne aalen. Er wollte frei sein!

Frei von seinen Ängsten.

Frei von den Zweibeinern.

Frei in der Idylle, die ihn so bereitwillig empfing!

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