Märchenstunde: Die Eier der weißen Schlange II

Scute verließ das Dorf inmitten der Dunkelheit. So gefiel es ihm am besten. So musste er die wenigsten Fragen beantworten und musste sich fast nie mit den Einheimischen streiten, um einen ruhigen Schlafplatz zu ergattern. Auch die Dunkelheit machte ihn kaum zu schaffen. Die weiße Schlange lenkte eh seine Schritte, wenn sie von ihrem Ziel überzeugt war.

Und das derzeitige Ziel war ihr wichtiger als alles andere.

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Märchenstunde: Die Eier der weißen Schlange I

Es war früher Nachmittag, als Scute die Dorfgrenze überschritt. Dabei hielt er sein Haupt erhoben. Die Kapuze ruhte gut sichtbar auf seinem Rücken. Seine Schritte richtete er entschlossen vorwärts. Entschlossen, obwohl er eigentlich gar nicht wusste, warum er sich für den Auftrag der weißen Schlange unter die Menschen mischen sollte.

Er befolgte lediglich ihre Anweisungen.

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Märchenstunde: Der Biss der weißen Schlange III

Scute kehrte noch am selben Tag ins Dorf zurück. Diesmal brauchte er sich keine Sorgen um die Raubtiere des Dschungels zu machen. Alle machten ihm auf dem Rückweg Platz. Alle zeigten ihm Respekt.

Dank des Mals der weißen Schlange, das diese an seinem Handgelenk hinterlassen hatte.

Noch immer echoten ihre letzten Worte durch seinen Kopf. Mit diesem Biss gehörte er ihr. Er hatte ihr zu gehorchen. Er hatte all jene mit demselben Zeichen zu respektieren. Und er hatte sein Haupt vor ihnen zu beugen. Aber dafür stand er auch unter ihrem Schutz. Sie schenkte ihm ihr Wissen. Sie schenkte ihm ihre Gaben. Ihre Umsicht. Ihre Gedanken.

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Märchenstunde: Der Biss der weißen Schlange II

Einen ganzen Tag irrte Scute durch den Dschungel, ohne wirklich voran zu kommen. Den Worten der Wahrsagerin folgend hatte er sich auf alles konzentriert, was ihm nicht als groß erschien. Doch war das wenig erfolgversprechend. Es gab viel zu viele Blumen und Insekten, die das Heilmittel für seine Großmutter in sich tragen konnten! Wie konnte die Wahrsagerin also sicher sein, dass er es finden könnte?

Nachdenklich hangelte er sich einen anderen Baum entlang. Es war die sicherste Art der Fortbewegung. Zwar schmerzten ihm die Arme davon, aber das hieß nur, dass sie noch nicht Futter für eines der Tiere geworden waren. Auch hatte er es nicht gewagt, nachts die Augen zu schließen, weswegen die Müdigkeit ihn sachte umwob.

Bald würden Scutes Kräfte versagen …

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