
In erdrückender Kälte
Sehe ich dich.
Im zerrenden Wind
Höre ich dich.
Einsam sitzt du dort, allein, nur du!
Bibbernd trägst du keinen einzigen Schuh.
Tränenstraßen kleben auf deiner Wange.
Tränenstraßen, wegen derer ich um dich bange.
Die Kleidung schief und viel zu groß,
Dennoch zogst du das bessere Los?
Das Los zu leben.
Das Los zu trauern.
Das Los zu pflegen,
Was noch nicht tat versauern.
Du wartest auf den Bus,
Ob er für dich hält?
Du wartest auf den Bus,
Ob er kommt, wie bestellt?
Du wartest auf den Bus,
Hast aber kein Geld …
Alles Geld ist vergessen.
Es dreht sich nur noch ums Essen.
Es dreht sich nur noch ums Überleben.
Es dreht sich alles ums falsche Geben.
Wer auf Versprechen zählt ist verloren.
Diese Menschen sind bald erfroren.
Sie werden vom Winter gefordert,
Werden zu den Toten beordert …
Angespannt schüttle ich mich,
Dorthin sollst du nicht!
Ich will deine Fähre zahlen.
Ich will dir nehmen die Qualen!
Der Bus hält und ich steige ein.
Ich schaue zurück, sehe dich allein.
Winke dich zu mir, rufe dich!
Nur erwiderst du es nicht …
Denn ich sehe, wie du dich nicht regst.
Ich sehe, wie du dich nicht bewegst.
Sehe, deinen glasigen Blick.
Weiß, für dich gibt es keinen Weg zurück …
Ich zahle meine Fähre:
Mit drei Äpfeln auf die Leere.
Einer landet prompt beim Fahrer im Mund.
Er nickt, fährt fort über wankenden Grund.
Er schaut nicht zu dir, scheint dich nicht zu seh’n,
Während ich dir flüster‘: „Auf Wiederseh’n“.




