Des Ruckes Echo

Ruck. Leben. Ruck. Leben.
Ein stetiges Beben.

Alles verdreht. Alles verschoben.
Das zweite Kind fühlt sich verloren.
Der Rhythmus ihr Leben verbaut.
Der Rhythmus ihre Kindheit raubt.

Sei froh, du bist gesund!
Rufen Ärzte ihr zu.
Nun halt deinen Mund!
Ertönt es immerzu.

Ruck. Leben. Ruck. Leben.
Ein stetiges Beben.

Sie zieht sich Stück für Stück zurück.
Weint tief in ihr Kissen gedrückt.
Zugleich kämpft der erste ums Leben,
Lernt neu, mit diesem Ruck zu gehen.

Ruck. Leben. Ruck. Leben.
Ein stetiges Beben.

Ich zerreiße mich vor beiden.
Verstecke meine Leiden.
Wir erbauen Burgen und Träume,
Erschaffen fantasievolle Räume,
Lassen die Einhörner drin tanzen
Und Piraten ziehen Bilanzen.

Ruck. Leben. Ruck. Leben.
Ein stetiges Beben.

Der Ruck bestimmt nicht ihre Tage.
Sein Echo nicht die Kindheitsfrage.
Ärzte, Medizin und Zahlen
Werden im Spiel zermahlen.

Ruck. Leben. Ruck. Leben.
Ein stetiges Beben.

Der erste kann nun wieder leben.
Man muss ihn kaum noch pflegen,
So kann er auch alleine gehen!

Die zweite traut sich zu lächeln.
Sie weiß, sie darf auch mal schwächeln.
Sie muss nicht immer g‘rade stehen …

Ruck. Leben. Ruck. Leben.
Ein stetiges Beben.

Stark müssen sie nicht sein.
Sie sind ja uns‘re Kinderlein.
Sie muss sich nicht kümmern.
Er wird nicht verkümmern.

Ruck. Leben. Ruck. Leben.
Ein stetiges Beben.

Denn wir sind für beide da.
Wir schützen sie mit Ruck.
Wir schützen sie ohne Ruck.
Wir schützen vor dem Druck.
Wir schrecken nie zurück!

Ruck. Leben. Ruck. Leben.
Ein stetiges Beben.

Und beide Kinder werden gesehen.
Die Ärzte müssen’s nicht verstehen.

Ruck. Leben. Ruck. Leben.
Ein stetiges Beben.

Denn mit der Empathie in ihrem Herzen,
Erfüllt sein Ruck auch sie mit Schmerzen.

Der Ruck

Stets normales Leben.
Tagein. Tagaus.
Alltägliches Streben.
Tagein. Tagaus.

Doch ist immer viel zu viel zu tun:
Lernen, Arbeit und Konsum …
Dann kommt der Ruck.
Und alles wird schwarz.

Es begann sachte – mit weniger Gewicht.
Es begann sachte – mit verschwommener Sicht.
Der zehnte Becher wird nun geleert.
Die Unruhe an der Seele zerrt.

Sie vergeht bestimmt schon bald,
Hoffe ich, so zitternd kalt.
Dann kommt der Ruck.
Man fliegt aus den Charts.

Es geht nicht um mich selbst.
Daher kann ich nur mutmaßen.
Es geht nicht um mich selbst.
Ich kann mein Kind nur bespaßen.

Es wird besser.
Vielleicht habe ich mich geirrt?
Es wird besser.
Und der Ruck hatte sich verirrt?

Plötzlich wippt es auf und ab.
Plötzlich wirkt es viel zu schlapp.
Plötzlich glaubt es zu verdurst-

RUCK!

Blaues Licht.
Sirenen.
Wilde Stimmen.
Sie reden.
Worte.
Viel zu viele!
Fragen.
So unendlich viele!

RUCk!

Blutwerte.
Piepen.
Wirre Zahlen.
Ein Fiepen.
Meine Stimme ist weggebrochen.
Meine Stimme wird neu gegossen.

RUck!

Ich kann nicht mehr sitzen.
Ich kann nicht mehr stehen.
Kann kaum noch zuhören.
Oder gar verstehen …

Ruck!

Der Ruck gehört nun zum Alltag dazu.

Ruck.

Frühere Sorgen vergehen im Nu.

Ruck.

Er ist des Kindes zweites Herz.

Ruck …

Und ohne ihn mein größter Schmerz.