Märchenstunde: Das Königreich der Hexen III

Mira und Nyx waren beide gekommen, um den Prinzen anzuhören. Sie trafen sich mit ihm am Waldrand, während Nia und ihre anderen Geschwister zwischen den Bäumen ausharren sollten. Falls das Treffen sich in einen Hinterhalt verwandeln würde, könnten sie so alle zügig reagieren. Sie könnten einander beschützen. Sie könnten den Prinzen und das nächste Dorf dem Erdboden gleich machen, ehe diese gar wussten, wie ihnen geschah!

Aber zuvor wollten sie den Nacktaffen sprechen lassen.

Es dauerte mehrere Stunden, ehe Nyx Aurora zu sich rief und mit einer Aufgabe aussandte. Am liebsten wollte Nia näher herankommen, um die Worte auszumachen. Nur war ihre Aufgabe eindeutig gewesen.

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Märchenstunde: Das Königreich der Hexen II

Es dauerte zwei Tage, bis der Prinz und die alte Frau wieder auf dem Pfad auftauchten. Nia saß wieder oben in den Bäumen. Sie beobachtete, wie die Nacktaffen am Waldrand herumlungerten. Fast so, als würden sie auf etwas warten. Oder auf jemanden? Vielleicht auf den Soldaten vom letzten Mal? Oder einen anderen? Er war ja diesmal nicht bei ihnen. Dabei war sich Nia sicher, dass sie ihn nicht zu stark verwundet hatte!

Kurz nach Sonnenhoch machten die Nacktaffen kehrt und liefen zum nächsten Dorf zurück.

„Was sie wohl wollten?“, fragte Aurora, die sich zu ihr gesellt hatte.

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Märchenstunde: Das Königreich der Hexen I

Nia Birch beobachtete den verschlungenen Pfad am Waldrunter unter ihr. Er war ausgetreten. Beengend für die Nacktaffen des nächsten Dorfes. Zu breit für die Miracula, wie sie eine war. Und er befand sich fast fünf Körperlängen unter ihr. Hier hielt sie Wache. Sie hielt Ausschau nach den Biestern der Nacktaffen. Nach diesen Soldaten, die der König in die Wälder schickte. Diese Rüstungsträger, die Nia und ihre Familie stets ins Verderben stoßen wollten. Die immer nur kamen, um ihrer eins auszulöschen. Die immerzu ihren Tod wollten …

Und die immerzu dem Tod vorgestellt wurden.

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Märchenstunde: Der neue Pakt II

„Was ist so lustig?“

Die Worte klangen so melodisch in Libers Ohren wider, dass er die Sprecherin sofort erkannte. Stumm setzte er sich auf und erwartete dabei fast, sie im Wasser neben seinem Boot vorfinden zu müssen. 

Stattdessen lehnte sie bereits halb darin. 

Sie trug ihre menschliche Gestalt. Jene mit den zwei Beinen, den langen dunklen Haaren und ihren normalen Zähnen. Auch konnte er weder Schuppen noch Schwimmhäute entdecken. Genau, wie bei ihrer ersten Begegnung. Und ganz anders, als sein Vater sie ihm zuletzt beschrieben hatte. 

Dieser hatte sie meist mit einem blutrünstigen Ungeheuer verglichen. 

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Märchenstunde: Der neue Pakt I

Liber erschauderte, als er das Meer erblickte. Er war endlich am Hafen. Bei den schwankenden Booten und singenden Möwen. Er spürte, wie die Leute ihn beobachteten. Nicht nur der Diener, der ihm hierher gefolgt war. Auch die Fischer und Dorfleute. Immerhin war er derjenige, der er als Nachfahre Gioves gepriesen wurde. Er war derjenige, den sie als ihren König besingen wollten. Er war einer der drei Überlebenden seiner Linie …

Vor drei Jahren hatte er seine Reise zum Manne an diesem Hafen angetreten. Er hatte sich in ein kleines Segelboot gesetzt und die Insel umrundet. Er hatte Bellona getroffen. Und er hatte als erster seit Salacia ihren Test bestanden. Für seither hatte sie ihn nicht nur durch ihre Meere ziehen lassen – sie hatte sogar seine Boote in den Stürmen beschützt. Doch hatte diese friedliche Geste seine Cousins übereifrig werden lassen. Sechs von ihnen hatten darauf bestanden, dass der „dumme Liber“ nicht besser sein könne, als sie selbst. Sie hatten sich am Hafen verabredet. Hatten sich Boote von den Fischern gestohlen. Hatten die Insel eigenständig umfahren wollen. Hatten daraus sogar ein unbedachtes Wettrennen veranstaltet!

Keiner von ihnen überlebte Bellonas Prüfung. 

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