Ein zerbrechlicher Ast als Mast. Die Ruder – zwei schiefe Schemen. Das Segel – ein elender Gast, Papier wäre stärker gewesen.
Damals wurde er vom Meer empfangen. Er wurde liebkost und verwöhnt Und zuletzt hintergangen. Wobei das Meer tönt:
„Kommt zu mir zurück, Sodass ich euch zerdrück! Denn ihr seid mein – für alle Zeit. Egal, von wie viel Leid ihr schreit!“
Aber der Kahn ist nicht mehr klein. Er glänzt im edlen Schein. Er versteckt die alte Pein. Er stützt uns beide ungemein. Denn wir fanden unser eigenes Heim.
Mit metallenen Körper Und dampfenden Antrieb Schwört er, Dass er nie vergibt.
Vor Jahren habe ich mich hier versteckt. Ich habe durch ihn die Welt entdeckt. Ich war so nicht verreckt …
Damals war es mir hier sicher erschienen. Der Turm hat mich vom Sturm geschieden. Er lehrte mir, wieder zu lieben …
Meine Finger gleiten über das Mauerwerk. Steine mit endlosen Rissen – wohlgemerkt. Alles steht kurz vor dem Verfall. Nein. Alles ist bereits am Zerfall!
Draußen toben die Wellen. Sie peitschen gegen den Turm. Sie knallen wie die Schellen. Sie tanzen im Sturm.
Der Leuchtturm stöhnt.
Mein Arm fällt schlapp herab. Ich fühle mich so platt. Ich möchte das Mauerwerk retten! Ich möchte die Risse glätten! Ich möchte ihn ewig hier stehen sehen! Er solle niemals vergehen!
Dabei weiß ich, dass nichts mehr zu machen ist …
Vergebliche Liebesmüh, Vergeblicher Kummer, Vergebliche Hoffnung Macht nur alles schlimmer.
Und draußen toben die Wellen. Sie peitschen gegen den Turm. Sie knallen wie die Schellen. Sie tanzen im Sturm.
Der Kahn ruft.
Mein Magen verkrampft sich. Ich schüttle mich. Die Tränen müssen weg. Sie dienen keinem Zweck. Sie würden nur Sorgen bereiten Und mein falsches Lächeln vereiteln.
Mit zügigen Schritten geht es raus. Alles gut, wir müssen fahren, sofort hinaus. Etwas anderes darf ich nicht sagen. Etwas anderes kann ich nicht wagen.
Nicht während mein Leuchtturm zerbricht. Nicht während verschluckt wird, unser Licht.