Seelenverwandte

Mein Herz schlägt für jemand anderen.
Ich weiß nicht für wen.

Mein Herz schlägt für jemand anderen.
Ich habe ihn noch nie gesehen.

Ich spüre nur die Verbindung – hinfort.
Ich spüre nur das Ziehen – zum anderen Ort.

Habe ich daher jede Beziehung erstickt?
Weil ich wusste: Das bist du nicht?
So war nach dem ersten Kuss
Stets Schluss.

Dabei weiß ich nicht mal, wer du bist!
Nur, dass mein Herz dich vermisst.
Nur, dass mein Herz für dich schlägt.
Nur, dass es das Warten kaum erträgt …

Bist du groß? Bist du klein?
Alt? Jung? Wirklich mein?
Mein Herz sagt, wir gehören zusammen.
Nur so könne uns‘re Liebe aufflammen.

Es ist sich so sicher …

Mein Herz schlägt für jemand anderen.
Ich habe ihn noch nicht gefunden.

Mein Herz schlägt für jemand anderen.
Ich bin an ihn gebunden.

Doch wie weiß ich sicher,
Wie mache ich mir gewahr,
Dass er nicht schon bei mir war?

Ratatabum!

Ratatarum! Ratatabum!
Ein jeder schaut sich um.
Ratatarum! Ratatabum!
Danach ist’s kurz stumm.

Eben war der Himmel noch klar.
Nicht eine Wolke sah ich gar.
Strahlendes Blau, für viele wunderbar,
Ohne das Drohen einer Regengefahr.

Ratatarum! Ratatabum!
Schallt’s wieder herum.

Der Himmel verdüstert sich.
Er verschluckt sein Licht.
Und der Horizont widerspricht
Dem gestrigen Wetterbericht.

Ratatarum! Ratatabum!
Es gewinnt an Schwung.

Die Tropfen prasseln nieder.
Sie singen ihre Lieder.
Dazwischen echot wieder
Das Ratatabum wider.

Ratatarum! Ratatabum!
Ratata-zisch und BUM!

Wie Trommeln dröhnen sie.
Wie Geister heulen sie.
Wie Flüsse weinen sie.
Die Wolkenmelodie.

Ratatarum!
Spring ich durchs Nass.
Ratatabum!
Das ist mein größter Spaß!

So genieße ich jedes Gewitter.
So ignoriere ich jedes Gezitter.
So tanze ich zum Trommelklang.
So tanze ich seit es begann.

„Ratatarum! Ratatabum!“,
Singe ich laut herum,
„Ratatarum! Ratatabum!“
Bevor es wird stumm.

Die Hitze des Sonnenscheins

„Komme endlich raus!“,
Werde ich angebrüllt,
„Tret‘ in den Sonnenschmaus.
Sei nicht so vermüllt!“

Prompt ist die Tür wieder zu
Und ich habe kurz meine Ruh.
Kommen werde ich jedoch nicht,
Denn ich hasse jeden Sonnenstich.

Zikaden und Meer.
Der warme Flair.
Die sengende Hitze –
Wie ich schon schwitze!
Dazu noch das Zeckengetier
– Kleinster Vampir! –
Mit Mücken zuhauf.
Da pfeif‘ ich drauf!

Ich seh‘ mich um.
Gut. Ein Teller steht rum.
Ein Glas daneben.
Mehr „Müll“ mag es nicht geben.
Alles andere ist sauber und rein.
Halt nur ohne Sonnenschein.
Ohne dieses grelle Licht.
Der Vorhang tut halt seine Pflicht.

Ich wäge meine Optionen ab.
Die Diskussionen habe ich schon lange satt.
Jede schaufelt ein zu frühes Grab …

Also setz‘ ich die Kopfhörer auf.
Ich hoffe, ich fliege damit nicht auf
Und niemand fordert mich erneut auf.

Denn die Hitze des Sonnenscheins
Ist definitiv nicht meins.

Das war schon immer so!

Zum Frühstück gibt es Brötchen.
Mittags etwas Warmes.
Um vier Kaffee und Kuchen.
Abends etwas Kaltes.

Das war schon immer so!

Gearbeitet wird behände.
Von Montag bis Freitag.
Bloß nicht am Wochenende.
Bloß nicht am Feiertag.

Das war schon immer so!

Den Vater lobt man auf jedem Schritt.
Die Mutter bekommt dafür den Tritt.
Die Großeltern machen alles gut.
Die Kids sind die unwissende Brut.

Das war schon immer so!

Kinder dürfen keine Entscheidungen fällen.
Jugendlichen wird jede Wahl abgesprochen.
Erwachsene würden alles richtig erhellen.
Die senilen Alten sind eh zerbrochen.

Das war schon immer so!

Jedes Muster gehört aufgebrochen.
Jedes Vorurteil fortgeworfen.
Nichts davon ist versprochen.
Ein jedes wurde falsch entworfen.

Können wir es anders machen?

Manches mag uns klein erscheinen.
Als unwichtig mag man es beschreiben.
Dabei lässt jeder Stereotyp Personen leiden.
Niemand ist hierbei zu beneiden.

Können wir es anders machen?

Warum sollte Kaffee nicht um drei gehen?
Warum sollte die Arbeit samstags stehen?
Warum sollten wir Eltern getrennt betrachten?
Warum sollten wir des Kindes Worte missachten?

Können wir es anders machen?

Nicht jeder Apfel ist rund und rollt.
Nicht jeder Dank ist auch erfolgt.
Nicht jedes Lächeln ist gewollt.
Nicht jedes Wort ist Gold …

Können wir es bitte anders machen?

Die Sterne der Nacht

Lehn‘ dich zurück
Und schau hoch hinauf.
Siehst du die Lichter?
Sie sind dort zu Hauf.

Die Sterne –
So winzig klein von hier.

Die Sterne –
Des Himmels wahre Zier.

Sie erleuchten die Nacht.
Strahlen mit all ihrer Pracht.
Haben immer gelacht –
Niemand hat sie im Verdacht.

Im Verdacht, ganz anders zu sein.
Im Verdacht, kaltherzig zu schein’n.
Im Verdacht, unsere Pein zu sein.

Die Himmelslichter der Nacht
Sind keine fröhliche Pracht.
Sie haben uns seit jeher ausgelacht –
Haben nie über uns gewacht.

Dabei sind wir für die Sterne banal.
Nein, wir sind ihnen gar egal.
Wir sind nicht mal eine Wahl!
Wir sind nur unbedeutender Dreck.
Der vor ihren Augen verreckt.
Der sich nicht mal versteckt!

Das haben wir selbst vollbracht.