C: Glück im Unglück im Glück?

Er band sich seine Krawatte zurecht. Kein Kleidungsstück, das er mit Freuden trug. Es würgte ihn zu sehr. Es erstickte jedes Freiheitsgefühl im Keim. Und es zwang ihm eine weitere Verkleidung auf… Jedoch musste Chem Wak sich mittlerweile damit abfinden. Immerhin erleichterte es sein Leben ungemein.

Seufzend zerrte er seinen Anzug zurecht. Ein aussichtsloser Kampf, wenn er seine Gestalt im Spiegel betrachtete. Ein Fremder schaute zurück. Begegnete seinem Blick. Sah verloren-

Sofort wandte Chem Wak sich ab.

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Winter

Weiß. Flockig. Strahlend.
Die Welt bemalend.
Ein sanftes Kleid,
Der Gelassenheit.
Oder Einsamkeit?

Einst trennte es:
Dich und mich.

Einst nahm es:
Unser Licht.

Denn so hell sie doch sind,
Die Flocken im Wind,
So stahlen sie den Schein,
Ließen uns allein.
Die Nacht brach heran,
Umarmte ein jedermann.
Wog uns in Abgeschiedenheit.
Wog uns in Friedlichkeit.

So wundervoll der Winter erblüht,
So wundervoll ist er bemüht,
Wundervoll zu sein.

Der Frost ist eine andere Pein.
Glänzend im Angesicht der Sonne.
Fehlt ihm jegliche Wonne-

Winterkleid.
Winterneid.
Winterzauber.
Winterschauder.
Winterfrost-

Nein.

Nicht alles ist wundervoll.
Manches verlangt seinen Zoll.

Bitte seid vorsichtig. So sehr ich den Schnee und den Winter auch liebe, so gefährlich kann er auch sein.

Minki und Kitty II

(Nach sehr vielen wahren Geschichten)

Drei Tage musste er diese Kitty nun schon ertragen. Drei. Tage. Und dabei war doch jede einzelne Minute mit ihr bereits eine eigene Hölle!

Vorsichtig blickte Minki an einem eckigen Baum vorbei. Er hatte gehört, wie die Zweibeinerin sie zum Abendessen gerufen hatte. Und wahrlich! Da stand die Felllose mit seinem Napf-

-und einem weiteren.

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Tickende Zeitbombe

Tick. Tack.
Tick. Tack.
Und: ZACK!
Wer ist ein Wrack?

Sicher bin ich mir nicht –
Nicht mal in diesem Gedicht.
Denn die Unwissenheit erschüttert mich,
Denn die Unwissenheit ergreift dich!

So ist das Schicksal nur in einem gewiss,
Dass man uns eines Tages vergisst.
So weiß keiner hier,
Wann das Schicksal verlangt:
Nach dir.
Nach mir.

Tick.
Tack.
Tick.
Tack…

Werden die Zweifel verbannt.
Ist das arrogant?
Oder sind wir nun verdammt?

Das Leben ist zu vergänglich.
Der Tod unumgänglich.
Die Liebe anhänglich.

Und dennoch tickt in ein Jedem,
Etwas, was keiner kann überleben.

Tick.
Tack.
Tick.
Tack.

Unser Ende naht,
-ob hart oder zart-
-ob gewollt oder nicht-
Hält es, was es verspricht.

So bringt uns unsere Zeitbombe,
In eine düstere Katakombe.
Sie hinterlässt Trauer und Leid
Und ach so viel Einsamkeit!

Wer wird der Gewinner?
Von so viel Gewimmer?

Und wer wird der Verlierer?
Oder gibt es keine Sieger?

Denn so oder so, wurde was entrissen.
Etwas, was wir alle vermissen.

Tick. Tack.
Tick. Tack.

Boom.

M: Durch Mark und Bein

Sophie hörte das Klingeln einiger Fahrräder und prompt zog sie den Kopf ein. Sie wartete. Lauschte.

Doch fuhren ihre Mitschüler an ihrem Haus vorbei.

Vorsichtig schmulte sie an den Blumen vorbei, die die Veranda in ein verstecktes Paradies verwandelten. Ein Stückchen weiter konnte sie ihren kleinen Bruder sehen. Tyler spielte mit seinem Freund Jimmy in der Einfahrt. Sie hatten den Boden mit Kreide bemalt und begannen gerade, sich Geschichten zu den wirren Bildern auszudenken.

Ach, was würde Sophie nicht dafür tun, in diese unbeschwerte Zeit der Kindheit zurückzukehren!

Stattdessen schob sie ihr Tagebuch beiseite, griff nach ihren Hausaufgaben und kämpfte mit diversen Zinsrechenproblemen und Übersetzungen. Sie mochte weiterführende Schulen nicht. Der Stoff war anstrengender. Die Hausaufgaben längerfristiger. Die Mitschüler…

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K: Lieber Niklas

Niklas beobachtete seine älteste Stiefschwester unsicher. Er hatte sie schon seit Monaten nicht mehr gesehen, da sie viel zu selten ihr altes Waisenhaus besuchen kam. Aber heute, zum Geburtstag ihrer Betreuerin und einem seiner anderen Stiefbrüder, zum Jahrestag ihres Waisenhauses, war sie endlich wieder nach Hause zurückgekehrt.

Lachend saß sie mit all den anderen Kindern, den Freunden aus dem Dorf und einigen ehemaligen Waisen an einem riesigen Tisch. Links von ihr hockte das andere Geburtstagskind, Florian, auf einem kippelnden Stuhl und erzählte von alldem, was sie verpasst hatte. Rechts von ihr lauschte auch der ebenfalls ausgezogene Tom den prachtvollen Erzählungen. Auf ihrem Schoß hüpfte die zweijährige Lisa glucksend auf und ab. Letztere verlangte Lieder. Musik. Aufmerksamkeit.

Und Janine gab sie dem Kind genauso herzlich, wie sie es einst bei ihm getan hatte.

Viel zu lange lagen diese Erinnerungen zurück.

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Ko-fi

So, darf ich Euch meine Ko-fi Seite präsentieren? (Whooot!)

Tada! C;

Von nun an könnt Ihr mich also gerne unterstützen und da ich keine Unterstützung unbelohnt lassen möchte, gibt es zum Dank eine kleine Überraschung. Einfach einen Screenshot von der lieben Spende machen und mir über Twitter DM zukommen lassen und ihr werdet belohnt!

Besten Dank aber schon einmal im Voraus.

Medra

Minki und Kitty I

(Nach sehr vielen wahren Geschichten)

Zusammengerollt kauerte Minki auf seinem Hocker und blickte auf den Boden herab. Er musterte seine Umgebung intensiv. Bedachte jede nicht vorhandene Bewegung mit so viel Aufmerksamkeit, wie schon lange nicht mehr. Die Zweibeiner wurden ausgeblendet. Dieser Gast, der ihm sonst immer etwas zum Naschen mitbrachte, wurde ausgeblendet. Sogar sein Retter wurde ausgeblendet!

Sie waren alle nicht von Bedeutung.

Nicht, solange sie hier war.

Etwas berührte ihn am Schwanz und erschrocken fiel… ehm, sprang er natürlich von dem Hocker, der seinen Thron darstellte. Seine Augen wanderten zu dem fremden Wesen hinüber, das ihm so ähnlich sah und doch so fremd erschien.

Sie war klein. Spitze Ohren zuckten auf ihrem Kopf herum. Ihr Näschen zierte ein brauner Fleck. Darunter, am Hals, baumelte ein rotes Halsband mit einem stillen Glöckchen.

Ja, still. Denn Minki hatte es bislang kein einziges Mal vernommen, während sie ihn geärgert hatte. Während die Zweibeiner nur dasaßen und nichts unternahmen. Während sie ihre Gespräche über sein Wohl stellten!

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Zum Mond

Einsam stehe ich hier,
Blicke in endlose Gier,
Rasend wie ein Tier,
Schier!
Ein wütender Stier.

            Die endlose Dunkelheit.

Die Arme umschlingen den Leib.
Sie verbieten den Neid.
Sie lassen das kleine Boot ziehen,
Können blind nicht fliehen,
Können nur niederknien.

            Erstreckt sich weit und breit.  

Der Mond bekümmert,
Erstrahlt zertrümmert,
Er flimmert und wimmert,
Glimmert und Schimmert,
Heller noch
Als das Loch
Hinter mir.

            Sie nimmt Geborgenheit.

Denn der Leuchtturm ist kalt,
Er ist düster und alt.
Er knirscht und knarrt
Von altem Verrat.

            Wandelt sie hilfsbereit.

Verrat, den das Meer beging,
Als es den Kahn empfing,
Als es mein Urteil verhing.

            Bei jeder Gelegenheit.

Und die Glühwürmchen
Aus dem Türmchen
Lockte.

            In Einsamkeit.

Nun sind sie im Himmel,
Bedecken ihn mit Gewimmel
Mit diesem Mond,
Der dort oben wohnt.
Der so grell und hell erstrahlt
Und meine Glühwürmchen bemalt.

NaNoWriMo 2019

Das war ein weiterer November mit durchschnittlich 1’667 Wörtern pro Tag.

Und mannometer! Manchmal war es schon schwer auf die grobe Zahl zu kommen oder gar abzubrechen, um erst am nächsten Tag weiter zu machen. Aber das gehört für mich persönlich mit dazu. Wenn das Schreibtempo und vor allem die Schreiblast kontinuierlich bleibt, kommt wieder ein wunderbarer Rhythmus zustande, den man das restliche Jahr über schnell missen würde.

Aber genug davon! Die Worte sind geschrieben. Die Geschichte von Leben und Tod geht in die nächste Runde. Und Zeit hat endlich-

Ups. Beinahe wäre ein Spoiler zwischen die Zeilen gerutscht. Nun gut. Kommen wir zum eigentlichen Grund des Blogeintrags.

An alle, die mit mir angefangen haben, die die 50k knacken konnten oder die sich auf dem Weg dahin zwischen Weihnachtsschmuck verirrt haben:

Ich freue mich, dass ihr mitgemacht habt! Danke für eure Worte! Danke für die Hoffnungen, die ihr in sie gesetzt habt. Danke für all die Träume, die nun das Papier berühren durften!

Ich finde es wunderbar, dass ich nicht der einzige komische Kauz bin, dem Geschichten etwas bedeuten.

Also Danke!

Für euch.